Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1901-01-01 · 9 (1901) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
57 (1901)
Issue
9 (1901)
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2554541-2555102-2555111--10166-2566396
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

67 Priester und luden sie ein, das Wort Gottes zu hören. Sk sagten: „Ihr seid Abtrünnige. Euch wollen wir nicht hören." Wir antworteten: „Laßt uns doch Gottes Wort zusammen lesen! Bringt Eure Bibel! Die soll entscheiden, ob wir Abtrünnige sind, oder ob Ihr es seid." Als die Priester jetzt erklärten: „Wir wollen bei unserm Glauben bleiben und von Euch nichts hören, erwiderten wir: „Ob Ihr wollt oder nicht, also steht geschrieben Ier. Zs, Zs; Dan. 9/ 26; Ps. ^0, 6. .. Ehristus ist des Gesetzes Ende. Wer an ihn glaubt, ist gerecht. Warum saget Ihr, der christliche Glaube sei ein Lügenglaube? Äommt und beweiset das uns und diesen unsern Glaubensgenossen aus Eurem A. T.I" Sie gaben keine Antwort und liefen davon. Ioh. Z, 20 ward hier wieder offenbar. Aus Furcht vor den Priestern versteckten sich die übrigen Falascha des Dorfes. Wir mußten weiter wandern. In einem Dorfe fanden wir einen Proselyten, der uns mit Freuden aufnahm. Wir stärkten unsern gemeinschaftlichen Glauben durch Wort Gottes und Gebet. Am folgenden Tage erreichten wir das Falaschadorf Schenbra Wuha, wo wir freundliche Aufnahme fanden. Unter einem schattigen Baume in der Mitte des Orts breiteten sie uns einen Teppich aus, versainmelten sich um uns und sagten: „Nun laßt uns hören, warum Ihr unfern Glauben, den Glauben Abrahams, Isaaks und Jakobs, verlassen habt und Jünger IEsu von Nazareth geworden seid!" Wir öffneten unsere Bibel, lasen und erklärten eine Stelle um die andere und zeigten ihnen, daß nur in IEsu Vergebung der Sünden und ewiges Leben zu finden ist. Er ist von Gott gemacht zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung. Die Einwendungen der Falascha widerlegten wir mit den Stellen der heiligen Schrift. Sie gaben uns eine Hütte zum Übernachten und ein Nachtessen. Früh morgens kam ein sehr alter Falascha zu uns und sagte: „Ich bin dem Grabe nahe. Ich dachte die ganze Nacht über das, was Ihr uns gestern gepredigt habt, nach. Ich möchte nicht verloren gehen. Nimmt IEsus auch einen solchen alten Sünder an, wie ich einer bin? Wir antworteten: „Ja, IEsus nimmt die Sünder an. Er ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. Wer an Ihn glaubt, wird selig." Wir redeten noch lange mit dem Greise. Er bat uns, bald wieder zu kommen und ihm noch mehr von dem Sünderheiland IEsu zu sagen. Auch andere kamen noch. Wir verkündigten ihnen bis Uhr den Heilsweg. Sie begleiteten uns und baten uns, sie bald wieder zu besuchen. Wir wunderten fröhlich weiter, rasteten mittags an einem Fluß, stillten unsern Hunger mit gerösteten Erbsen und unsern Durst mit einem kräftigen Trunk aus dem kühlen Bach. Gegen % Uhr erreichten wir das Falaschadorf Tscharbita. Das ganze Dorf versammelte sich um uns. Bis es Nacht wurde, lasen wir den Leuten aus der Bibel vor und verkündigten ihnen IEsum, den Gekreuzigten, der des Gesetzes Ende ist und das Schuldopfer für alle, dis an ihn glauben. Ein hochmütiger, selbstgerechter Priester stritt mit uns. Als er nichts mehr zu erwidern hatte und durch das gelesene Wort Gottes überwunden worden war, stand er auf und sagte: „Ein Ehrist werde ich nicht. Eher werfe ich mich in

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.