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Dibre Emeth · 1901-01-01 · 9 (1901) · page 2

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Journal
Dibre Emeth
Volume
57 (1901)
Issue
9 (1901)
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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66 seinen Ratschlägen. Daß die Kaiserin dem wichtigsten Liebesdienst, den wir unfern israelitischen Mitbürgern leisten können, der Iudenmission, ihre thätige Teilnahme zugewandt habe, ist nicht bekannt geworden, während man von Kaiser Friedrich erfuhr, daß er die Missionsarbeit an Israel mit einer namhaften Geldsumme unterstützte. Erfreulich aber ist es, daß die hohe Frau in der Todesnot für ihre eigene Person den Trost begehrte, den unser Glaube gewährt. N)o stndet man, wenn man Trübsal zu erdulden hat, eine hellere Leuchte und einen kräftigeren Stab als in der Gemeinschaft mit dem aus Israel hervorgegangenen gottmenschlichen Messias? Nur durch IEsum kommen wir zu Gott. IEsus sei darum nicht nur in Krankheits¬ und andern Notzeiten, sondern immerdar unser Begleiter, unser Führer. Neue Nachrichten aus Abessinien. Nachdem wir unsere Wohnungen in Asseso gebaut und eingerichtet hatten, begaben wir uns auf eine Predigtreise nach der Provinz Wogera. Unser Weg führte uns an Gondar vorbei. Gegen Abend erreichten wir das Dorf Woloka. Die Bewohner waren lauter Aamanten. Infolge einer Hochzeit waren auch aus der Umgegend viele Aamanton zusammengekommen. Nachdem wir auf dem Marktplatz inmitten des Dorfes eine Zeitlang gesessen hatten, lud uns ein Mann zu sich in fein Haus ein. Aus Neugierde sammelten sich bald alle männlichen Hochzeitsgäste um uns. Wir hatten den ganzen Abend Gelegenheit, diesen Rumänien das Evangelium von IEsu Christo zu verkündigen, welches sie noch nie in ihrem Leben gehört hatten. Aus dem N. T. wurden viele Abschnitte gelesen und erklärt. Bis tief in die Nacht hörten sie uns zu. Am Morgen versammelten sich einige um uns. Wir lasen ihnen Ioh. 5 vor. Sie versprachen uns in Asseso zu besuchen. Diese Ramanten sind getauft, aber so unwissend wie die Heiden. Unser Weg führte uns bergan, der Hochebene Wogera zu. Es war ein sonniger Tag. Müde und erschöpft erreichten wir gegen Abend auf der Hochebene das Dorf Entasch, wo uns ein Mann gastfreundlich in sein Haus aufnahm. Er gab uns ein Nachtessen und wir verkündigten ihm den HEiland, der Sünder selig macht. Am andern Tage setzten wir unsere Reise fort. Abends erreichten wir das Dorf Benker, wo wir einen Proselyten fanden. Er und seine Frau nahmen uns mit Freuden auf und beherbergten uns. Sie erzählten uns, wie sie fortwährend von den Falaschapriestern gequält werden, ihren christlichen Glauben, der ein Lügenglaube sei, abzuschwören und zum Falaschaglauben, dem einzig wahren, zurückzukehren. Bis spät in die Nacht lasen wir ihnen Gottes Wort (Ies. 53, Ier. Zs, Dan. 9) vor und zeigten aus dem Gelesenen die Bedeutung des Glaubens an Christum, den Sohn Gottes und Erlöser der Welt. Die beiden Leute wurden sehr froh und sagten: „Gott hat Euch zu uns gesandt. Wir können nicht lesen, haben aber jetzt aus der Bibel gehört, daß der christliche Glaube der wahre Glaube ist." Am folgenden Tage gingen sie mit uns in das nächste Falaschadorf. Wir grüßten die

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