Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 57 (1901)
- Issue
- 9 (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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r ibre Mmeth. Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Nr. 9. — 57. Jahrgang. — 1901. Anhakt: Zu Job. U, 25.— Die Kaiserin Friedrich. — Neue Nachrichten aus Abessinien.— Bischof Isaak Hellmuth. — Zu Jesalci 53, 2 und Psalm ^5, 3. — Gebete eines Christen um den heiligen Geist. — Mora! und Dogmen. —- Jüdische Chronik. — Zur Statistik. — Empfangsbescheinigung. 3it Joh. Des Hobes Macht läßt unser Herz erbeben. Vor seinem finstern Angesichte graut Ls jedem, der ihm in die Augen schaut. Ihm zu entfliehen, ist der Menschen Streben. Nur Lins vermag uns Mut und Kraft zu geben: wenn ILsus uns begegnet hold und traut. Denn seine btimme spricht mit süßem Laut: 11, 25. „Ich bin die Auferstehung und das Leben". Das Leben, das uns ILsu Lippen bringen, Ls kann dem Tode niemals unterliegen. Dies Himmelslicht vertreibt die Finsternis. Nun darf der Gläubige frohlockend singen: „wie sollt' ich nicht des Todes Weh' besiegen, Da ILsus mich des Lebens macht gewiß!" Die Kaiserin Friedrich, die der Tod am 5. August d. J. von schwerer Krankheit erlöste, hat sich ebenso wie ihr schon J888 entschlafener Gemahl bei den deutschen Israeliten ein dankbares Andenken erworben. Im Jahre J880 nahm sie Gelegenheit, ihre scharfe und entschiedene Mißbilligung der Iudenhetze zu bekunden. s866 besuchte sie mit ihrem Bruder, dem jetzigen König von England, die große Berliner Synagoge. Zur Beerdigung des ersten Vorstehers der Berliner jüdischen Gemeinde, des Stadlrats Magnus, entsandte sie einen Galawagen. Bis zu ihrem Tode blieb sie protektorin des in der Reichshauptstadt errichteten jüdischen Waisenhauses. Als diese von dem Lehrer Baruch Auerbach f832 begründete Anstalt ihr 30 jähriges Bestehen feierte, wohnte sie mit ihrem Gemahl persönlich dem Feste bei. Bei einem Rundgang unterhielt sie sich liebevoll mit jedem Waisenmädchen. Auch eine dem Hause geschenkte Laubhütte wurde von ihr besichtigt. Sie unterstützte das Werk der Versorgung jüdischer Waisen bis zuletzt mit einem Jahresbeitrag. Auch andere jüdische wohlthätigkeitsbestrebungen erfreuten sich des Protektorats der Dahingeschiedenen. In einem ihren Namen tragenden Hospital, dem Kaiserin Friedrich-Kinder-Krankenhaus, erhielt ein jüdischer Professor die ärztliche Leitung. Ein anderer jüdischer Gelehrter, Moritz Lazarus, diente bei der Stiftung des Viktorialyceums mit Kgl.Bibliothsk 15. X. 01