Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 57 (1901)
- Issue
- 8 (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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63 unerhörter Bann, eine undurchdringliche Wolke des Todes ruht, wahrlich, es nm§ ein gewaltiges, von Gott festgehaltenes Hemmnis, eine eherne Mauer sein, wodurch dieses einst so hoch gesegnete Geschlecht noch immer vom Genüsse des neul'-stamentlichen Heils geschieden bleibt! wir kennen dieses Hindernis: „Sie glauben nicht an die freie Barmherzigkeit Gottes in Christo; sie erkennen die Gerechtigkeit nicht, die vor Gott gilt, und trachten ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten, sind also der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, nicht unterihan. Israel hat dem Gesetz der Gerechtigkeit nachgetrachtet und hat das Gesetz der Gerechtigkeit doch nicht gewonnen." (Rom. *o, 3; 5\; 9, 5l) <D ihr Myriaden dunkel verhüllter Tage, in welchen Zion, Gottes Braut, mit ihrer Mosesdecke vor dem Angesicht, finster und unselig durch talmudistische Labyrinthe dahinirrt, um Ihn zu erwarten, der schon erschienen, und Ihn zu suchen, der schon gefunden ist! O ihr alten, lieblichen Osterpsalmen, ihr zahllosen, heiligen, heiteren Feste, von tausend vollendeten Rindern Gottes besungen und seliglich gefeiert, — Israel weiß noch immer nichts von euch, und seine Feste sind zu toten ägyptischen Mumien zusammengeschrumpft! Wohl führt es den Namen seines Messias immer noch im Munde, doch wo ist er? Es muß klagen mit Hiob: „Gehe ich nun stracks vor mich, so ist Er nicht da; gehe ich zurück, so nde ich Ihn nicht. Ist Er zur Linken, so ergreife ich Ihn nicht, verbirget Er sich zur Rechten, so sehe ich Ihn nicht." (Hiob 23, 8 ff.) warum geschieht ihm dies? Es hat sich gestoßen an jenem von Gott gelegten köstlichen Eckstein, dem Felsen des Weltärgernisses, an Ihm, dessen Blut es über sich und seiner Rinder Haupt herunterrief, an Ihm, der seinem armen Brudergeschlecht auch diese Todesschuld so gern vergäbe, wenn es endlich an Ihn glaubte nach seinem Verheißungsworte Ioh. 3, j5. Jetzt lassen sie sich, die armen Glieder Israels, des einst so hoch gefürsteten Gottesvolkes, auf welchem doch noch immer die alte Verheißung ruht, von der Welt emanzipieren, von der Lhristenwelt, tu welche sie verstoßen sind, um in ihr das arme Genieß eines irdischen Lebens desto genügticher erbeuten zu können. Diese Emanzipation ist für tausend geistlich verwesende Juden ihr Messias-Surrogat; ich möchte nichts von einer solchen Emanzipation, wenn ich die Gnade hätte, als ein Israelit geboren zu sein; ich würfe ihr ein solches Rabulisten-Mitleid vor die Füße und ginge entweder stracks nach dem A. T. als ein antiker Fremdling mit Abraham und Jakob durch den abgefallenen Teil dieser Ehristenwelt dahin, — noch lieber jedoch gesellte ich mich zu denen, die da sprechen mit Nathanael: „Rabbi, Du bist Gottes Sohn, Du bist der Rönig von Israel," und müßte ich im Rämmerlein auch vordersamst unter jene Späteren mich zählen, von welchen der Prophet bezeugt: „Sie werden ihn ansehen, den sie zerstochen haben . . (Sach. \2, 40). Dadurch allein kann der Geist der Gnade und des Gebets auf sie ausgegoffen werden. _ (A. Rn app.) Kleine WWonszeiLung. Der Westdeutsche Verein f. I. verhalf i. I. $00 in Röln 6, in Frankfurt a. M. 2 Israeliten zur Taufe. Lin weiterer Zögling trat auswärts über. Liner der Getauften, ein Student, war durch die Reden eines Evangelisten, die er anfänglich als Humbug betrachtet hatte, von der Wahrheit des Evangeliums überzeugt wordeiü Ein junger Techniker ließ sich durch seine Mutter, die sich wie wahnsinnig benahm, als sie erfuhr, daß ihr Sohn Christ werden wollte, von der Ausführung seines Vorhabens abhalten. Der Missionsposten im Elsaß wurde Ende *900 erledigt, da P. Littwien in den Dienst einer badischen separierten Gemeinde trat. Zürn Nachfolger des letzteren wurde im März $0* P. Rlose, früher in Breslau, berufen. — Auch die Französische Gesellschaft z. L. I. stellte in diesem Frühjahr einen neuen Missionar an: den Canti, theol. Rreyts. Doch kann derselbe das Amt, welches er in seiner Geburtsstadt Paris bekleiden soll, wahrscheinlich erst im November übernehmen. Das Pariser Missionsfeld war seit ^897 unbesetzt. In Nordafrika sind wie bisher P. Borloz, Frl. Barbieux und Frl. vitleaumoras thätig. Juden, die ILsum schmähten, legte Borloz die Fragen vor: „welchen Nutzen hat Israel in j8oo Jahren von solchen Schmähungen gehabt, und welcher Nachteil ist ILsu hieraus erwachsen? Seht Ihr nicht, daß die von IEsu gewonnenen Völker gedeihen, während Israel überall verfolgt wird und dem Rohr gleicht, welches der wind .hin und her weht?" — Die Britische Gesellschaft f. d. I. konnte i. I. Mio die Schulden tilgen, welche .auf ihren Zufluchtsstätten für betagte Iudenchnsten lasteten. Ihr Missionsarzt in