Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 57 (1901)
- Issue
- 7 (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2554541-2555102-2555109--10149-2566377- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
52 gottlosen Umgebung bemüht sie sich ein Leben zu führen, welches mit den in der Schule ihr eingepflanzten, unvergessenen Lehren übereinstimmt. Die Schlußansprache hielt nach Einsammlung des Missionsopfers, welches ^8 £ ergab, P. Dixon. Er wünschte, daß die in vielen deutschen Geschäftsbüchern voranstehende Losung „Mit Gott!" auch der Missionsgesellschaft als Wahlspruch dienen möchte. Er selber wurde ein Freund der Iudenmission, als er für einen andern Prediger zunächst gegen seinen Wunsch eine Missionsrede übernehmen mußte. Ein von ihn: angeführtes schönes Wort von Lord Beaconsfleld, der selber aus Israel hervorging, lautet: „Die Lhristen mögen fortfahren, die Juden zu verfolgen, und die Juden mögen darauf bestehen, den Lhristen keinen Glauben zu schenken: wer kann aber leugnen, daß IEsus von Nazareth, der fleischgewordene Sohn des höchsten Gottes, der ewige Ruhm der jüdischen Rasse ist?" 3Hct£ Rosenstrauch wurde am \. September {837 zu Lemberg geboren. Er war der jüngste Sohn eines strenggläubigen jüdischen Ehepaares. Sein Vater stand manchmal uni Mitternacht auf, um stundenlang, zu beten und Psalmen zu singen. Seine Mutter erzählte ihn: gerne die schönen Geschichten des Alten Testaments. Den ersten Schulunterricht erhielt R. in Gemeinschaft mit 30 anderen Rindern in einen: Lheder, einer Winkelschule. Das enge, düstere Schulzimmer diente zugleich der zahlreichen Familie des Lehrers als Rüche, Schlaf- und Wohnstube, sowie seiner Ziege als Stall. Nachdem R. bis zu seinen: {7. Lebensjahre die hebräische Sprache und Litteratur studiert hatte, nahm er eine Stelle als Raufmannslehrling an. Später wurde er Buchhalter. In seinen Mußestunde,i unterrichtete er im hebräischen. So vergingen zehn Jahre, während deren er wie bisher bei seinen Eltern wohnte. Als er aber 27 Jahre alt war, regte sich in ihm die Reiselust so sehr, daß auch die dringenden Bitten der Seinigen ihn in Lemberg nicht länger zurückhielten. Auf seiner Wanderschaft kan: er nach Jassy, hier, wo ein Missionar der L. I.-M. wirkte, hörte er zum erstenn:al die frohe Botschaft von dem Heiland der Sünder. Jetzt begann für R. ein neues Leben. Während die talmudischen Studien ihn nicht befriedigt hatten, las er fortan mit Genuß das Neue Testament. Aber zu einer Entscheidung gelangte er noch nicht. Er gab das Amt als Lehrer des hebräischen in der Missionsschule, welches ihm anvertraut worden war, wieder auf, un: nach Ronstantinopel zu reisen. Von hier sollte ihn ein Da,npfer nach Odessa bringen. Aber auf dem Schwarzen Meer zerbrach die Maschine, sodaß das Schiff nicht weiterkan:, sondern sich beständig in: Rreise drehte. Es war dunkle Nacht, als der Rapitän, ein Engländer, seine Fahrgäste von dem Unfall in Renntnis setzte. Zugleich rief derselbe den Reisenden, die den verschiedensten Völkern angehörten, zu: „BetetI Wenn Gott uns nicht hilft, sind wir verloren." Fast alle folgten dieser Mahnung. Der Türke wandte sein Angesicht nach Mekka und murmelte arabische Worte. Der Jude holte