Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 57 (1901)
- Issue
- 7 (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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51 folgte zunächst der Präsident der Gesellschaft, Sir John Aennaway, welcher betonte, daß man nicht die Beseitigung der Volks- und Rassenunterschiede bei den Juden erstrebe, sondern lediglich sie zu christlichen Israeliten machen wolle, welche das Alte Testament mit dem Neuen vervollständigen. Hierauf sprach der Bischof von Mombasa, Or. Peel, ein früherer Heidenmissionar, der auch in den Erlebnissen der Iudenmission Gottes Gegenwart erkennt und die ungeheuren Geldsummen, welche der Burenkrieg verschlingt, als eine Strafe dafür betrachtet, daß das christliche England die ZTEiffion zu wenig gefördert und so dem Allmächtigen Gaben, welche diesem gebührten, vorenthalten hat. Dann nahm der Domherr Webb-Peploe das XDovt. Er beklagte, daß die Gesellschaft in Rußland, Österreich-Ungarn und Deutschland, wo die Mehrzahl der Juden wohnt, nicht noch mehr Missionare besitzt. Unter den Ursachen der jüdischen Feindseligkeit gegen das Evangelium erwähnte er neben dem Judenhaß der Ehristen den Ritualismus innerhalb der englischen Staatskirche und den Rationalismus der modernen Bibelkritik. Als die beste Missionsmethode bezeichnete er die Bethätigung der Liebe, wobei er aus eigener Erfahrung erzählte, daß eine Gottesleugnerin auf diesem U)ege zur Änderung ihres Sinnes gebracht wurde. Der folgende Redner, Archidiakonus Madden, konnte von der Bekehrung eines gelehrten, aber ungläubigen deutschen Juden berichten, der von ihm bewogen wurde, die Airche zu besuchen, nachdem beide fchon längere Gespräche mit einander geführt hatten. Der Israelit erschien zuerst zu einer Aarfreitagspredigt. Zu Ostern kam er wieder. Auch später lauschte er noch manchmal der Verkündigung des Wortes Gottes im Hause Gottes. Zwei Jahre vergingen. Da begegnete ihm der Prediger in einer andern Stadt und hörte mit Freuden aus seinem Munde das Bekenntnis, daß er an JEsum als den Messias und den Erlöser glaube. Ein anderer gebildeter Jude, der ebenfalls Maddens Unterweisung empfing, aber acht Monate lang aus seinen Zweifeln und Bedenken nicht herauskam, fand endlich beim Lesen des Neuen Testamentes, besonders des Hebräerbriefs, die Wahrheit und ist jetzt Mitglied einer christlichen Gemeinde. Von England führte Aanonikus Aelk die Festgemeinde nach Palästina. Er war 22^/2 Jahre lang in Jerusalem als Missionar angestellt. In dieser Zeit taufte er in der Ehristuskirche auf dem Berge Zion $9 Israeliten. Der segensreiche Einfluß, den die dortigen Missionsanstalten ausüben, ist offenkundig. Z. B. werden fast alle Zöglinge des Arbeitshauses früher oder später Ehristen. Unlängst verließ ein solcher das Haus, ohne getauft worden zu fein. Der junge Mann ging nach Aairo. Hier hört er eines Abends beim Umherwandern den Gesang von geistlichen Liedern, die ihm bekannt sind. Er folgt den Tönen und betritt das Haus, in dem gesungen wird: ein christliches Soldatenheim. Einige Soldaten sprechen ihn an und erfahren seine Geschichte. Sie zeigen sich ihm als ernste Jünger JEsu, und im Verkehr mit ihnen wird der Sohn Israels, der bis dahin widerstrebt hatte, selbst ein solcher. Eine ehemalige Schülerin der Jerusalemer Missionsschule weilt gegenwärtig in Alexandrien. Auch sie empfing nicht die Taufe. Aber trotz ihrer