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Dibre Emeth · 1901-01-01 · 7 (1901) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
57 (1901)
Issue
7 (1901)
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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50 Tempelberg, damit Micha 3,1(2 in Erfüllung ginge. Alle frommen Israeliten feiern den neunten Tag des Monats Ab als einen Fasttag. Besonders feierlich wird er in Jerusalem begangen. Groß ist dann die Zahl derer, die an der Rlagemauer beten. Gefüllt sind auch die Synagogen. Im Vorraum sieht man Frauen und Rinder in weißen Gewändern. In dem schwach beleuchteten Innern befinden sich die Männer. Einer sitzt neben dem andern am Boden. Jeder hält ein Wachslicht in der Hand. Nach Beendigung des Abendgottesdienstes beginnt der Vorbeter die Klagelieder Jeremias zu lesen. Wenn er an Rap. 3,6 kommt („In Finsternissen ließ Er mich wohnen wie die Toten der Vorzeit"), werden plötzlich alle Kerzen ausgelöscht, so daß es in der Synagoge vollständig dunkel ist. Dann wird geweint, geklagt und gejammert, als ob alle Teilnehmer an dieser Andacht, Männer, Frauen und Rinder, vor Rümmer außer sich wären. Ein christlicher Augenzeuge sagt in The J. M. Advocate, dieser Vorgang sei so ergreifend, daß es dem anwesenden Thristen kaum möglich sei, seinen Thränen zu wehren und nicht mit den Juden zu weinen. Derselbe Berichterstatter hebt hervor, daß ein solcher Nachtgottesdienst mit seinen Seufzern und seinem Rlagegeschrei Israels geistliche Finsternis darstelle. „Ach, das arme Volk!" ruft er aus. „Ihre Sonne ist untergegangen, ihre Herrlichkeit dahin, ihr Haus eine Wüste, weil sie wie ihre Väter den Messias verwerfen und sich weigern, ihre Blicke zu der Sonne der Gerechtigkeit zu erheben." Aber unser Freund fühlt sich nicht nur zur Trauer über Israels Elend, sondern auch zum Handeln aufgefordert. Er fährt fort: „Wie machtvoll drängt sich dein: Anhören der jüdischen Rlagelieder dem Gedächtnis der Vers auf: „Tröstet, tröstet mein Volk! Redet mit Jerusalem freundlich!" Zweifelst Du an der Notwendigkeit der Ausbreitung des Thristentums unter den Juden? Gehe nach Jerusalem am Fasten des Ab, und alle Zweifel werden weggefegt werden." Wo sind die Thristen, die in innigen: Mitgefühl mit Israels geistlichem Notstand den letzteren allerorten zu heben und so die dem Volk der zwölf Stämme verheißene neue Segenszeit an-- zubahnen suchen? Vas 93. Jahresfest der L. J.-M. wurde am (. und 3. Mai d. I. in der herkömmlichen Weise gefeiert. Bei der Hauptversammlung gedachte P. Gidney, der erste Sekretär, mit warmen Worten der hohen Frau, welche 64( Jahre lang an der Spitze des britischen Reiches stand und auch für Israel ein Herz hatte. Die an: 22. Januar entschlafene Königin Viktoria war das einzige Rind des Herzogs Eduard August von Rent, des ersten Patrons der £. I -M. ((8(3—(6), welcher an: 7. April (8(3 den Grundstein der Missionskapelle auf den: Palästinaplatz in London legte. Der von P. Gidney erstattete Bericht über das Jahr (900 zeigte, daß dasselbe die größte bisher erzielte Einnahme aufzuweisen hat: 4(6 558 £. Die Ausgabe betrug 56 9(0 £ für allgemeine, 2337 für besondere Missionszwecke. Das vorjährige Defizit ging auf 2866 £ zurück. Weitere Mitteilungen ausdem Jahresbericht werden wir, s. G. w., später geben. Auf den Sekretär?

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