Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 57 (1901)
- Issue
- 6 (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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45 offenen Armen. Nachdem man uns mit Dagusabrot und jDfeffersuppe bewirtet hatte, hielt ich eine Ansprache über Pf. {26, {—5. Als ich die Ruinen unserer ehemaligen Däuser und Ihrer ehemaligen Station Robla sah, mußte ich sehr weinen. Nach mir sprach Bruder Hiob Negusie das Schlußgebet. Er pries den HErrn für alle feine Barmherzigkeit und Treue, die er an uns gethan hat. Mit Eifer haben wir nun unsere Missionsarbeit begonnen und auch mit der Hilfe des HErrn Eingang bei unferm Volke gefunden. Wir halten alle Sonntage Gottesdienst mit unfern profelyten und haben eine Schule mit ihren Rindern eröffnet. Es kommen auch aus der Nähe und Ferne Falascha zu uns, denen wir das Wort Gottes verkündigen. Wenn wir unsere Häuser gebaut haben, werden wir die entfernt wohnenden Falascha besuchen. Wir wohnen jetzt in Hütten. Man findet hier keine Tagelöhner und muß alles selbst machen. Jeden Tag halten wir zweimal Schule mit den proselytenkindern, die übrigen Stunden aber widmen wir der Arbeit: wir schneiden und schaffen Holz und Stroh herbei (das letztere zum Bedecken der Dächer), denn wir müssen vor der Regenzeit unsere Häuser bauen. Alle Schwierigkeiten, die ich hier durchmachen muß, achte ich gering. Es ist mein einziges Bestreben, meinem HLiland zu dienen und ihm Seelen zuzuführen als Lohn seiner Schmerzen. Die Brüder Wandemhuning Negusie und Beleta sind in Asseso, Meherat ist in Tendscha stationiert. In Tendscha und Umgegend sind viele Falascha. Bruder Sanbatu wird bald von Debra Tabor nach Tendscha kommen und mit Meherat unter den Falascha Mission treiben, auch mit den Falaschakindern Schule halten. In Alesa und Dagusa sind keine Falascha. Von den Falascha und proselyten, die in den verschiedenen Ländern zerstreut sind, hörten wir, daß sie wieder in ihre Heimat Dembea zurückkommen. Hiob Negusie, Ain Alem und ich sind hier, in Dschenda, thätig. Wenn ich mit einem Mitarbeiter Missionsreisen unternehme oder zu dem Fürsten dieses Landes gehe, um unsere Aufwartung zu machen, dann ist es sehr notwendig, daß ein Bruder zu Hause bleibt, den Sonntagsgottesdienst hält und die Rinder im Wort Gottes unterrichtet. Die Glaubensboten und Herrn L. Jägers Leben sind mir zum Segen geworden. Ich danke Ihnen vielmal. Sooft ich Zeit habe, lese ich. Zum Schluffe empfehle ich mich samt der Arbeit des HErrn in diesem Lande Ihrer Fürbitte vor dem HErrn. Ihr gehorsamer und dankbarer Argawi. Dschenda, den \2. Januar MO. Herrn Missionar Flad in Rornthal. Bekenntnisse des Preußischen Königs Friedrich Wilhelms III. Sie muffen nicht meinen, als ob ich nur aus Gewohnheit, des Herkommens wegen, zum heiligen Abendmahl ginge. Auch als bloße Gewohnheit würde es nicht zu tadeln sein, denn es giebt auch gute, löbliche Gewohnheiten. Aber die heilige Sache steht mir höher, sie ist mir keine Teremonie der Rirche, sie ist mir eine Angelegenheit