Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 57 (1901)
- Issue
- 5 (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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39 sperrt! Er muß in Ihnen wohnen. Sonst bleibt Ihr Leben ein verfehltes. — Ist es denn jetzt ein solches? — Ja, wer ohne den HLiland lebt, auf den schon Mose und die Propheten hinwiesen, lebt fern vom ijeil. . Zu Ns. 94.19 u. 2. Kor. 1, 3-5. „Geh' zu Buddha! Er wird dir helfen." So mahnte ein indischer Weiler eine Frau, deren neugeborener Sohn gestorben war und von ihr von Baus zu 6aus getragen wurde, wobei sie überall nach einer Arzenei gegen den Tod fragte. Als sie vor Buddha erschien, sagte dieser: „Eine Band voll Senfkörner wird deinem Kinde das Leben wiedergeben. Bringe sie mir! Aber du mußt sie aus einem Bause holen, in welchem noch kein Mensch gestorben ist." Die Mutter des toten Knaben suchte jetzt ein solches Baus, fand aber keins: überall hatte man Tote zu betrauern. Da begrub sie ihr Kind im Walde. B^rauf kehrte sie zu Buddba zurück und sagte: „Ich habe die Senfkörner nicht gefunden. Der Toten sind viele, der Lebenden wenige." Buddha antwortete: „Du dachtest, du allein habest eitlen Sohn, verloren. Aber alles Lebendige ist vergänglich: das ist das Gesetz des Todes." weiter sagte er: „Alles Lebendige gleicht der Lichtflamn'.e, die einen Augenblick leuchtet, im andern erlischt. Nur im Nirwana ist dauernder Friede." — Sind das Tröstungen, welche ein durch des Todes Gewalt erschüttertes Menschenherz wirklich erquicken können? wieviel mehr Aufrichtung und Labung gewähren uns' die Worte des lebendigen Gottes und seines eingeborenen Sohnes! Insonderheit steht dieser, der höchste Vertreter Gottes innerhalb des Menschengeschlechts, als der erhabenste Bürge des ewigen Lebens vor uns. Geh' zu Ehristo, wenn du vom Todesweh niedergebeugt wirst! Er allein kann dir in Wahrheit helfen. Zu Luk. 23, 34. „Nein, das ist nicht möglich," dachte ein Jude, als er von einem Prediger hörte, daß IEsus angesichts des Todes für feine Feinde gebetet habe: „Vater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun!" Er beschloß, selbst nachzuforschen, ob dies Wort, welches ihm wie ein scharfer Pfeil ins Berz gefahren war, wirklich von IEfu gesprochen worden sei. Er verschaffte sich daher ein N. T. und las die Leidensgeschichte des Erlösers, aber zugleich auch, wie ein Bekannter ihm geraten hatte, Ies. 53. Die Folge hiervon war ein heißer innerer Kampf. Das alte Vorurteil gegen einen gekreuzigten Messias ließ sich nicht so leicht überwinden. Aber endlich brachte das Bild des blutenden und betenden BEilandes, welches den Sohn der Synagoge bei Tag und Nacht wie sein eigener Schatten begleitete, Licht in die geängstete Seele. Als der Jude selber zum Gebet seine Zuflucht nahm und IEsum, den Davidssohn, den König der Barmherzigkeit, um Erbarmen anflehte, da fand er Erhörung. Ein Friede, wie er ihn nie gekannt hatte, erfüllte ihn jetzt. tt Im Gebet suchte er dann auch Kraft für den Kampf, den er um seiner neuen Überzeugung willen mit seinen Familiengliedern zu. führen hatte. Me Wahrheit üöer alles! „Und wenn die ganze Welt mit allem, was darinnen ist, an einem Faden der Lüge hinge, und ich wüßte das Wort der Wahrheit, das ihn durchschnitte, ich spräche es aus, sollte auch die Welt mit allem was darinnen ist, darüber in den Abgrund stürzen." So lautet ein von Tholuck in seinen „Stunden christlicher Andacht" {5. Auf!. S. 70) angeführter Ausspruch, den, wie er sagt, „einer der Alten" gethan hat. Unbedingte Wahrheitsliebe soll unser Leben nach allen -Richtungen hin zum Ausdruck bringen. Auch Kranken gegenüber dürfen wir von diesem Grundgesetz nicht abweichen. Es ist z. B. verwerflich, wenn Ärzte ihre Patienten betrügen. Überdies erfüllt sich oft der dem Betrüge zu Grunde liegende Wunsch, Aufregungen zu vermeiden, doch nicht, ja, in vielen Fällen verschlimmert der Betrug nur den Zustand.