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Dibre Emeth · 1901-01-01 · 5 (1901) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
57 (1901)
Issue
5 (1901)
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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38 Zweierlei Weltanschauungen. Für religiöse Dinge habe ich keine Zeit übrig. — Sie müssen sich einmal die Zeit nehmen, zu sterben. VOk notwendig ist es schon deshalb, sich mit der Religion zu befassen! Die biblisch begründete Religion baut uns eine Brücke, auf welcher wir mit Freuden in das geheimnisvolle Jenseits eingehen können. — Außer der Zeit fehlt mir das Interesse an solchen Fragen. — Was jetzt noch fehlt, kann sich finden, Wie die Eßlust sich manchmal erst einstellt, wenn man anfängt zu essen, so wird das religiöse Interesse durch das Nachdenken über religiöse Fragen geweckt. — ZHetn Nachdenken wird schon fönst auf die verschiedenste Weise in Anspruch genommen..- Da komme ich ja gerade zur rechten Zeit, um Sie vor Einseitigkeit zu bewahren und Ihnen die Bebauung des bisher vernachlässigten, fruchtbarsten Feldes ans Herz zu legen. Es giebt keinen wichtigeren Boden für die Bethätigung Ihrer Geisteskräfte als die biblische Religion. — Die Bibel hat für mich nur einen geringen Wert. — Sie gleichen also dem Indianer, der eine kostbare perle für 90 Dollars verkaufte, während sie \7000 Dollars wert war, oder dem Schweizer, der auf dem Schlachtfeld von Granson den Diamanten des Herzogs Aarl von Burgund fand und für drei Franken weggab, während derselbe später mit 5000, dann mit ^0000 Gulden bezahlt wurde, ja, noch höhere Preise erzielte, bis er in die Schatzkammer der Wiener Burg gelangte und einen Schätzungswert von mehr als zwei Millionen lUavf erreichte. — 2Hit einer perle oder einem Diamanten kann man sein Glück machen. — Das ist sehr fraglich. Nicht einmal äußeres Wohlergehen gewährt oft der Reichtum. Niemals aber verschafft er Seelenfrieden, also wahres Glück. Dagegen ist dies der Bibel möglich. Sie zeigt uns, wie unsere Schulden gegenüber dem vornehmsten Gläubiger, dem heiligen Gott, getilgt und die Pforten des Himmelreichs uns aufgethan werden können. — Den Schatz der Bibel überlasse ich gerne andern. — Thun Sie das nicht! Es wäre ein unverantwortlicher Leichtsinn, wenn Sie dies Ihnen anvertraute hohe Gut aus den Händen geben wollten. Das könnte Sie einmal, besonders in Ihrer Todesstunde, bitter gereuen. — Die Bibel verlangt einen Glauben an unsichtbare Dinge. Ich aber glaube nur, was ich sehen kann. — Aber Sie glauben doch wohl auch, daß Sie als der Sohn Ihrer Eltern geboren sind? —• Gewiß. Dafür habe ich triftige Gründe. — Ebenso stehen mir die triftigsten Gründe zu Gebote, auf die sich mein Glaube an die übersinnliche Welt stützen kann. Zahlreiche Zeugen nötigen mir die Gewißheit auf, daß die Bibel mit ihren Aussagen Recht hat. Namentlich bin ich fest davon überzeugt, daß die Worte IEsu, des Größten unter allen, die in der Bibel zu uns reden, unumstößliche Wahrheiten find. — Ihr IEsus hat in meinem Innern keinen Platz. — So fangen Sie denn alsbald mit den Räumungsarbeiten an! Räumen Sie aus Ihrer Seele alles das hinweg, was ihm, dem Mittler, der zwischen Gott und der Menschheit steht, den Platz ver-

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