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Dibre Emeth · 1901-01-01 · 5 (1901) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
57 (1901)
Issue
5 (1901)
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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36 diese Gedanken vollends ganz zur Geltung gekommen. Was wir heute in unfern Zuchthäusern und Gefängnissen an großen, bessernden Gedanken haben, das haben wir dem Christentum zu verdanken. Wer das Strafgefängnis von Moabit in Berlin betritt, der hat wohl den Eindruck von dem furchtbaren Ernste des Waltens der irdischen Gerechtigkeit, aber er kann doch auch überall eine gewisse Freude empfinden, denn es ist die Menschlichkeit, die Menschenliebe, die trotz allem hier das Regiment führt. Der Sträfling in seiner Zelle empfängt den Besuch des Direktors, der ihm wohlwollend zuspricht, seine regelmäßige Nahrung, die Labung der Arbeit, Bücher, Religionsunterricht, den Arzt, den Besuch des Geistlichen, dem er sein Innerstes ausschütten kann. Aurz, alles ist trotz des ungeheuren Ernstes durchdrungen von dem Geiste christlicher Humanität und Liebe." Dr. Aahl berichtete nun, wie er mit diesen Vorstellungen vom Recht nach jDalästina gekommen sei und daselbst drei Gefängnisse in Augenschein genommen habe. Der große Gegensatz zwischen dem türkischen und dem deutschen Gefängnisvollzug trat ihm überall entgegen. Von Aörper- und Seelenpflege war nirgends die Rede. ,,Besser werden," fuhr Aahl fort, ,,kann es im heil. Lande auch auf diesem Gebiete nur durch das Ehristentum. Besser kann es nur werden, wenn der Geist Ehristi, der in diesem Lande gerade auch der Ärmsten gedachte mit dem großen Worte: „Ich bin gefangen gewesen und ihr habt mich besucht", seinen Einzug hält in diesen schauerlichen Höhlen, in diesen trostlosen Stätten, in denen man den ganzen Zweck der Strafrechtspflege lediglich darin erblickt, die Menschen von einer verbrecherischen Bestie zu befreien und zu sondern. Auch als ein nüchterner Jurist sage ich: In der Mission im heil. Lande liegen allein die Triebkräfte, durch die es auch auf diesem Gebiete besser werden kann. Darum kann ich auch als Jurist Ihnen nur aufs dringendste die Mission im heil. Lande ans Herz legen." Jm WdeparK zu London fand kürzlich eine merkwürdige Versammlung statt. Der Veranstalter, ein Apostel des Unglaubens, machte sich vor zahlreichen Ehristen und Juden über Gottes Wort lustig. Das hörte der Iudenmissionar Horowitz, der gerade einen Gang durch den j)ark unternahm. Alsbald erwachte in ihm der Wunsch, für die verspottete und verlästerte Wahrheit eine Lanze zu brechen. Er drängte sich durch die Menschenmenge durch, um zum Redner zu gelangen. Als er diesen erreicht hatte, sagte er zu ihm in ruhigem Ton: „Ich würde gerne einige Worte über den behandelten Gegenstand äußern." Der Leiter der Versammlung hielt den jüdisch aussehenden Missionar für einen Gegner des Ehristentums und nahm dessen Anerbieten an. Er stellte ihn seinen Zuhörern als einen jüdischen Freund vor, der gerne etwas über ihre Dreieinigkeit sagen wolle. Er fügte hinzu: „Vielleicht wird der Jude Euch aus Eurem chinesischen Wirrwarr heraushelfen". Der Missionar knüpfte nun in seiner Ansprache an die Bemerkungen des

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