Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 57 (1901)
- Issue
- 5 (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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35 der mehrfach wieder aufgelegten und erweiterten Liedersammlung sind hervorzuheben: „Dem großen Gott stirbt keiner", „Gieb dich dahin in Gottes Sinn", „Klag' deine Not dem lieben Gott". Im schlesischen Provinzialgesangbuch hat das herrliche Lied „hindurch, hindurch mit Freuden!" Aufnahme gefunden. Die vorletzte Strophe desselben lautet: „hindurch mit Adlerflügeln, mit Danken und Gebet, hin, wo auf ewigen Hügeln der Tempel Gottes sieht!" In einem Lobpreis des Gekreuzigten sagt Zeller: „Da hängt er zwischen Grd' und Himmel, der Sohn, der Grd' und Himmel schuf." Gr klagt: „Ich Hab' ihn mit ans Kreuz geschlagen." Gr bekennt: „Der Retter stirbt, der HGrr des Lebens, er stirbt für uns den Menschentod". Gr mahnt: „Laß Ihn nicht sterben, Mensch, vergebens! Der HGrr des Lebens ist dein Gott". Von lebenden Liederdichtern ärztlichen Standes fei Dr. Immanuel ZTCoffa genannt. Geboren $35 zu Friedland bei Beeskow von jüdischen Gltern, wurde er $63 praktischer Arzt in Bromberg. In demselben Jahre ließ er sich in der Berliner Ghristuskirche taufen. $85 siedelte er von Bromberg nach Stuttgart über, wo er noch jetzt lebt. In dem ersten der vier Lieder, die in Stolles „hosianna" abgedruckt sind, besingt er IGsum als den großen Arzt, der sein Leben für die Kranken hingegeben. Gr fordert alle, die gesunden wollen, auf: „Geht zum großen Arzte hin! Was an Mitteln sonst erfunden, bringt der Seele nicht Gewinn." In einem andern ruft er aus: „O du seligste der Stunden, da ich IGsum Hab' gefunden, meinen Bruder, meinen HGrrn! Im Gesetzesbann verschmachtet, von der Welt verstrickt, umnachtet, sucht' ich lang' nach einem Stern." „Dank dir, IGsu, treuer Hirte, der du suchest das verirrte Schäflein auch aus Israel. Dein Wort hat mich aufgewecket, meine Schuld mir aufgedecket, doch zugleich des heiles Auell." Das Christentum und das Strafrecht. Gin Lehrer des Strafrechts an der Universität Berlin, Geheimrat Professor Dr. W. Kahl, äußerte sich über das obige Thema in einer Rede, die er in Köln am JO. Juni $00, bei einem Missionsfest für das heilige Land, hielt, folgendermaßen: „Auf den ganzen Begriff der Strafe und die daraus sich ergebenden Grundsätze des Strafrechts hat das Thristentum einen unermeßlichen Ginfluß ausgeübt. Wohl gab es auch vor dem Thristentum ein geordnetes Strafrecht in den alten Kulturstaaten, vor allem das römische Recht. . Aber erst das Thristentum hat diesen Teil meiner Wissenschaft auf eine unermeßliche höhe gehoben. Grst das Thristentum hat den Begriff der Schuld der Sünde als Maßstab für die Bestrafung des Verbrechens zur Geltung gebracht. Grst das Thristentum hat den Grundsatz der Milde und Humanität in die Behandlung des Strafrechts hereingebracht. Erst das Thristentum hat den großartigen Gedanken der Besserung der Sträflinge in unsere Wissenschaft und in die Praxis unserer Gefängnisse hineingetragen. Erst seit dem vorigen Jahrhundert sind