Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 57 (1901)
- Issue
- 4 (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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30 die in der Mesgid Zurückgebliebenen kamen nach und nach alle herbei. Als die Lonne sich neigte, sagte der Oberpriester: „Laßt uns in Ruhe I Wir wollen bei dem Glauben bleiben, den wir von unsern Vätern ererbt haben. Lind jene nicht selig gestorben, so wollen wir auch nicht in den Fimmel." Dann wandte er sich zu der um uns versammelten Schar und sagte: „Meine Rinder, unser Glaube ist der wahre Glaube. Unsere blutigen Opfer sind uns von Gott durch Mose befohlen. Wir bleiben, wer wir sind." Die Priester gingen hierauf in die Mesgid zurück. Unter den Anwesenden gab es jetzt eine Spaltung. Die einen waren für uns, die andern geberdeten sich sehr feindselig. Unser Freund brachte uns in seine Hütte zurück. Am Morgen versammelte sich noch eine Anzahl Leute um uns. Wir lasen ihnen viele Stellen aus den: N. T. vor. Liner sagte: „Eure Worte sind gut, aber Gott will, daß man bei dem Glauben der Väter bleibt." Wir erwiderten: „Abraham war der Sohn Tharahs. Als Gott sich ihm geoffenbart hatte, verließ er seines Vaters Glauben und glaubte an Gott. Wie Tharah in der Finsternis war, so sind unsere Väter in der Finsternis gewesen. Nun hat Gott uns durch seine Unechte den wahren Glauben geoffenbart. Da ist es unsere Pflicht, an das Licht zu glauben. IEsus spricht: „Ich bin das Licht der Welt. Wer an mich glaubt, wird nicht wandeln in Finsternis, sonderu wird das Licht des Lebens haben." Deshalb sind wir (Christen geworden und haben uns auf den Namen des dreieinigen Gottes taufen lassen. Folget unserem Beispiel, dann findet Ihr Ruhe für Eure Seelen!" Von einigen bekamen wir den Eindruck, sie seien suchende Seelen. Wir versprachen ihnen, sie später wieder zu besuchen. Von hier kamen wir in das Dorf Deira. Wir fanden aber keine Falascha und predigten nur den abessinischen Namenschristen das Evangelium vom Reiche Gottes. Da die Regenzeit bereits begonnen hatte, mußten wir, ehe die Flüsse anschwollen, heimwärts reisen. In Debra Michael besuchten wir den uns bekannten proselyten. Mit Freuden nahm er uns in sein Haus auf. Gott sei ihm und seiner Frau ein Vergelter! Bis spät in die Nacht lasen wir die Bibel und stärkten unsern Glauben durch gemeinsames Gebet. Er erzählte uns folgendes Ereignis, das sich in diesem Jahre in der Provinz Semien zugetragen haben soll.. Eine Falaschafamilie, die dort wohnt, hatte unter ihren vier Rindern eins, das von Geburt an ein Rrüppel war. Der Vater sah im Traum einen Engel, der sagte zu ihm: „Laß dich taufen und werde ein Ehrist!" Der Falascha folgte und ließ sich mit Weib und Rind taufen. Nach der Taufe wurde der Rrüppel ganz gesund. Unser guter Gastgeber versprach, uns nach der Regenzeit zu besuchen und sich etliche unserer Bücher zu holen. Wir kamen müde, aber wohlbehalten nach dreiwöchentlicher Reise zurück, erzählten den Unseren, was der Herr an rms und durch uns gethan, und dankten Gott. Wandemhuning Negusie. Goshoo Beleta. Meherat.