Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 57 (1901)
- Issue
- 4 (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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29 Kanaan/' war unsere Antwort. „Wir reifen, um Falascha und proselyten den Weg zu lehren, der ins ewige Leben führt." hierauf legte der Wann uns ein Sündenbekenntnis ab und fragte: „Was muß ich thun, daß ich selig werde?" Wir verlebten zwei gesegnete Tage in seinem Hause. Tr kam zum Frieden, und seine Frau, ein gottesfürchtiges, tugendfames Weib, erklärte, sie werde, wenn wir wiederkommen, sich mit ihren Kindern taufen lassen. „Tuch hat Gott zu uns geführt/' rief die Frau wiederholt. Beide gaben uns das Geleit, und zeigten uns den Weg. Durch fruchtbare Ebenen und waldiges Hügelland kamen wir nach mehrstündigem Marsche in das Dorf Bahite. Hier fanden wir einen frommen, gläubigen proselyten, der uns mit Freuden in sein Haus aufnahm und beherbergte. Tr war einFlüchtling aus der Zeit der Derwische, erzählte uns viel von all dem Schweren, das er erduldet, von der wunderbaren Hilfe Gottes, der ein Gott sei, auf den man sich verlassen könne. Bis spät in die Nacht hinein erzählten wir uns Gottes Führungen und Versorgungen, lasen mit einander Gottes Wort und beteten zusammen. Der Wann sagte, er habe schon viel von uns gehört und oft Verlangen gehabt, uns zu besuchen, aber der weite Weg habe ihn abgehalten; jetzt danke er Gott, daß Tr uns zu ihm gebracht habe. Wir fanden bei diesem proselyten viele Früchte der Liebe und des Glaubens. The wir uns verabschiedeten, sagte er: „Weine tägliche Bitte zu Gott ist, mich im Glauben zu erhalten, bis ich dieses Lebens trüben und bittern Fluß hinter mir habe und im Himmel angelangt bin, mich vor der Sünde zu bewahren und mir Gnade zu geben, wie Vater Abraham durch Glauben und Glaubenswerke Gott zu ehren. Tr hat mich armen Sünder erlöst. Ich gehöre mit altern, was ich habe, Ihm an." Dieser alte, bewährte Jünger ITsu wurde uns zu großem Segen. Tr zeigte uns den Weg nach Bohora, einem Falaschadorfe mit vielen Priestern und einer Wesgid, wo geopfert wird. Wir fanden einen Bekannten, der uns aufnahm und bewirtete. Ts war gerade das Fest der Gesetzesfreude. Alle waren in der Wesgid. Nachdem wir geruht und uns gestärkt hatten, sandten wir unfern Gastgeber in die Synagoge und ließen den Anwesenden sagen: „Wir können nicht zu Tuch kommen. Kommet Ihr zu uns heraus! Wir sind gekommen, um Tuch Gottes Heilsratschluß zu verkündigen." Tin Teil folgte unserer Einladung; die anderen blieben in der Wesgid. Wir sagten zu den Erschienenen: „Liebe Brüder, wir waren Falascha wie Ihr. Gott aber sandte Lehrer zu uns aus dem Lande, das über Jerusalem hinaus liegt. Diese zeigten uns aus unserer Bibel, aus Wose, den Psalmen und Propheten, daß der verheißene Messias längst gekommen ist und kein anderer sein kann als ITsus von Nazareth, der Sohn Davids und Gottes. Wir sind gekommen, um Tuch aus unserer Bibel zu zeigen, wie wir zum Glauben kamen, uns taufen ließen und Thristen wurden." Die anwesenden Falascha sagten: „Tuer Wort ist gut. Wir wollen Tuch hören." Wir verbrachten nun den ganzen Nachmittag mit dem Lesen und Erklären der messianischen Stellen und anderer Bibelabschnitte. Wänner, Frauen, Jünglinge und Jungfrauen hörten uns zu. Auch