Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1901-01-01 · 4 (1901) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
57 (1901)
Issue
4 (1901)
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2554541-2555102-2555106--10122-2566347
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

28 geglaubt und gehofft, haben wir gefunden: den verheißenen Messias. Jetzt sind wird zu Euch gekommen, um Euch zu erzählen, wo und wie wir den Messias gefunden haben. Versammelt Euch alle und höret uns zu!" Darauf antworteten sie: „Zuerst wollen wir Euch etwas zu essen bringen. Dann wollen wir hören, was Ihr uns zu sagen habt." „Nicht also," sagten wir. „Zuerst geben wir Euch zu essen für Eure unsterblichen Seelen. Dann gebt Ihr uns Speise für unfern Leib." „Nein," sagten sie. „Ihr seid Reisende. Zuerst müsset Ihr ein Mittagsmahl haben. Dann wollen wir Euch den ganzen Nachmittag zuhören." Nachdem wir etwas geruht und gegessen hatten, versammelte sich das ganze Dorf um uns. Wir öffneten die Bibel und predigten Ehristum IEsum, den Sohn Gottes, den HEiland der Sünder. Viele Stellen aus dem A. und N. T. wurden gelesen und erklärt. Sie sagten: „Das ist alles wahr. Wir wissen, daß die Propheten von Lhristo weissagen. Aber wir sind Moses Rinder, und dieser hat uns gelehrt: „Höre, Israel, der HErr, unser Gott, ist ein einiger £)(£rr!" Wir glauben nicht an einen dreieinigen Gott." Wir lasen nun Mose 26; \8, \—33; Sprüche 8,22 und ähnliche Stellen. Nach mehrstündiger Unterredung hatten die Falascha keine Einwendung mehr. Das war für ihre Priester demütigend. Entrüstet sagten diese zu den vielen Anwesenden: „Höret nicht auf das Wort dieser Abtrünnigen I Wir sind Eure Lehrer. Wir haben ein Buch, in dem geschrieben steht: Glaubet nicht an IEsum Ehristum!" Wir sagten: „Zeiget uns die Stelle im A. T., wo das zu lesen ist!" Aber sie gaben keine Antwort. Da fuhren wir fort: „Liebe Brüder, einst waren wir so blind wie Ihr. Gott aber hat IEsum, seinen Sohn, uns geoffenbart. Wir glaubten alles, was im A. T. von Lhristo geweiffagt ist. Jetzt sind wir glückliche Leute, Leute, die sich der Vergebung ihrer Sünden freuen und die eine gewisse Hoffnung des ewigen Lebens haben. Gott wird die Seelen der Falascha von Euch fordern, wenn Ihr sie hindert, das Wort Gottes zu hören." Einer der Anwesenden sagte: „Ich bin ein Ungelehrter. Aber von dem, was ich heute hörte, bekam ich den Eindruck: Die Wahrheit ist nicht auf unserer Seite, sondern diese Männer, die zu uns kamen, haben und reden die Wahrheit." Die Priester wurden zornig und zankten heftig mit dem Mann. Nachdem sie uns Friedensstörer, Abtrünnige, Verführer und dergl. genannt, zogen sie sich in ihre Mesgid (Synagoge) zurück. Jener Mann aber nahm uns in sein Haus auf, bewirtete und beherbergte uns. Mit ihm und andern, die sich abends um uns versammelten, redeten wir noch vieles. Er und andere sind nicht ferne vom Reiche Gottes. Sie baten uns, als wir am Morgen unsere Reise fortsetzten, sie nach der Regenzeit wieder zu besuchen. Mit dankerfülltem Herzen zogen wir unseren Weg weiter. Nach vielem Hin- und Herirren in wilder Gegend kamen wir nach Haragdur. Hier fanden wir einen getauften Falascha, der aber nur ein Namenschrist war. Seine Frau und Rinder sind noch nicht getauft. Er nahm uns in sein Haus auf und fragte uns: „Wo kommt Ihr her, und wo geht Ihr hin?" „Wir kommen von der Stadt des Verderbens und reisen nach dem Lande

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.