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Dibre Emeth · 1901-01-01 · 4 (1901) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
57 (1901)
Issue
4 (1901)
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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27 Gedanken, daß wir solches um des Evangeliums willen zu erdulden hatten, und baten den HEiland, uns vor Rrankheiten zu bewahren und vor wilden Tieren zu schützen. Endlich kam ein Mann, der Gott fürchtete, und lud uns in seine Hütte ein. Er war so arm, daß er uns kein Nachtessen geben konnte, doch waren wir gegen den Regen geschützt. Fastend, in unfern nassen Rleidern, verbrachten wir die Nacht. Am Morgen verkündigten wir unserm Gastgeber IEsum, den HEiland der Sünder. Nachdem wir zusammen gebetet hatten, reisten wir weiter. Nach etwa vierstündigem Marsch fühlten wir uns schwach und elend. Waldfrüchte stillten unsern Hunger, und wir bekamen Rraft, weiter zu pilgern. Unsere nassen Rleider hatte die Sonne getrocknet. Abends kamen wir in das muhammedanische Dorf Derita. Gott gab es einem muhammedanischen Raufmann ins Herz, daß er uns über Nacht behielt. Für unsere Botschaft hatte er kein offenes Ohr. Gott lohne ihm seine uns erwiesene Gastfreundschaft! Am Morgen setzten wir unsere Reise fort. Durch Reisende erfuhren ww, daß in dem Dorf Tschankur ein getaufter Falascha wohne. Als wir ihn gefunden halten, sah er uns zuerst sehr finster an. Als wir ihm aber sagten, wer wir seien, nahm er uns liebevoll in sein Haus auf. Mir lasen ihm aus dem Evangelium vor und wiesen ihn auf IEsum hin, Öen Sohn Gottes, der Mensch wurde, um uns sündige Menschen zu erlösen und mit Gott zu vereinigen. Er hatte, als er das hörte, eine große Freude und sagte uns, er sei schon längst zum Glauben an IEsum gekommen und wolle auf diesen Glauben sterben. Er war einst ein reicher Mann, verlor aber durch die Derwische Hab' und Gut und konnte nur sein und der Seinigen nacktes Leben retten. Jetzt lebt er schon zehn Jahre hier als Fremdling. Mir empfahlen ihm, nach Dunbna zurückzukehren und sich dort an seine Glaubensbrüder anzuschließen, da er brüderliche Gemeinschaft brauche. Nach erquicklicher Nachtruhe lasen wir noch Röm. 8 und beteten zusammen. Unser Gastgeber begleitete uns eine weite Strecke und zeigte uns den Meg nach einem Falaschadorf. Unterwegs kamen wir mit abefsinischen Namenschristen zusammen. Mir redeten zu ihnen über Buße und Glauben, Vergebung der Sünden und künftiges Gericht. Die armen, unwissenden abefsinischen Lhristen verlassen sich auf ihr Fasten und Almosengeben, auf Maria und andere heilige. Niemand lehrt sie den Meg des Heils. Niemand sagt ihnen, wo der Sünder Frieden und Vergebung findet. Die Bibel ist ihnen ein verschlossenes Buch. Die drei Stunden, während deren wir mit jenen Leuten zusammenreisten, nützten wir aus, um ihnen den Heilsweg zu verkünden. Dankbar für das Gehörte, schieden sie endlich von uns. Mir kamen jetzt in das Dorf Dongorsa, ruhten am Wasser und aßen einen Bissen Brot. Falascha wohnten hier nicht. Ein Weib kam, um Wasser zu schöpfen. Sie zeigte uns den Weg in das große Falaschadorf, das sehr versteckt liegt. Es war ein Samstag. Als die Bewohner uns sahen, erschraken sie. Mir sagten: „Liebe Brüder, erschrecket nicht! Mir sind Eure Blutsverwandten, geborene Falascha. Mir alle sind Rinder der Verheißung und des Bundes, Abrahams Rinder. Mas unsere Väter

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