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Dibre Emeth · 1901-01-01 · 3 (1901) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
57 (1901)
Issue
3 (1901)
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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22 Treiben der Herren überzeugte. Das Ende eines langen Liedes, das Du nicht im Gesangbuch findest, muß ich Dir doch hersetzen; es ist gar zu liebenswürdig und muß gerade Dir gefallen; das Lied handelt von zwei Anaben (Mönchen), die damals wegen Religionsstreit verbrannt wurden; am Ende sagt er nun, die Mörder hätten sie sogar noch im Tod verleumdet und gesagt, sie hätten aus Furcht alles widerrufen; dann heißt die letzte Strophe: „Die laß man lügen immerhin, j der Winter ist vergangen, sie Habens doch kein Frommen, j die zarten Blümlein geh'n herfür. wir sollen danken Gott darin:! Der das hat angefangen, Sein Wort ist wiederkommen!! der wird es wohl vollenden." Der Sommer ist hart vor der Thür,! F. M.-B. Zieler Aoscggcr üöcr das Mene Hcstamcnt. Jur Erbauung wollte meine Seele das hochheilige Buch lesen, zum Vergnügen ist es mir geworden. Während dieses Lesens, das etwa vier Tage gedauert hat, fam eine solche Froheit, eine solche Lhristenfreude in sie, daß schließlich das Wort Vergnügen durchaus nicht dafür paßt, wenn nicht so, als ob dieses Kranksein ein vergnügen gewesen, weil es mich genügend losgehackt hatte von irdischer Oberhoheit, um ganz den Vorstellungen der heiligen Botschaft leben zu können. Was war das für ein Christus, der mir da entgegentrat! Lin gottfreudiger, menscheninniger, weltfroher Lhrlstus, voll gewaltiger Thatkraft, voll hingebender Liebe, voll heiligen Zornes zur rechten Zeit! Der Übermensch, der Gottmensch im höchsten Sinne. So hatte ich ihn bisher noch nie gesehen. Meine Rinder rief ich ans Bett, meine Frau rtef ich und erzählte ihnen von dem großen Christus, den ich gefunden, mit dem zu gehen, auf den sich zu verlassen, eine Befreiung von aller Sorge und weltlast bedeutet. Auch sie mußten mir ganze Abschnitte laut lesen, und wie sie anfangs wohl gestaunt haben mochten über das Aufheben von wegen einer so alten Sache,, endlich begriffen sie meinen Jubel und freuten sich mit mir. Aie zweite Ankunft des Messias in den Geöeten der Kirche. (Schluß.) 9. (Himmelfahrt.) Hilf, HLrr, daß Deine siegreiche Himmelfahrt uns allen eine starke Anmahnung sei, Kerzen und Augen von dem Vergänglichen wegzuwenden und allein nach dem, was droben ist, zu trachten! Gieb uns Flügel der Morgenröte und des heiligen Verlangens nach Dir, daß wir zu Dir fliehen! wann werden wir dahin kommen, daß wir Dein Angesicht sehen und mit Dir auffahren zu Deinem Vater und unserem Vater, zu Deinem Gott und unserem Gott? Dein Geist, das Unterpfand und Siegel unseres Erbes, schreit in uns: „Romm bald, HErr JEsu!" Komm, HLrr IEsu, Du unser Trost! Hör' unsere Begier! O, unser HLiland, tlimm uns zu Dir! Amen. (Agendenkern rc.) t0. (Konfirmation.) Erfülle sie (die Konfirmanden) mit den Gaben des heiligen Geistes, der sie lehre und leite in alle Wahrheit und tüchtig mache, Dir in Deiner heiligen Gemeinde zu dienen, die Geschäfte des Fleisches zu töten, den Teufel mit aller seiner List und Anfechtung zu überwinden, Dir in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die Dir wohlgefällig ist, zu dienen, daß sie die Zukunft Deines lieben Sohnes samt allen Gläubigen mit fröhlichem Herzen und mit wachendem Gebete in Nüchternheit, Gerechtigkeit und Gottseligkeit mögen erwarten und hoffen, zu Deiner Ehre und Besserung Deiner' armen Kirche, der Du lebest und reglerest mit JEsu Christo, Deinen» eingeborenen Sohne, in Einigkeit des heiligen Geistes, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. (Löhes Agende.) (Schluß eines allgemeinen Kirchengebetes.) Um alles, darum Du,, ewiger Gott, gebeten sein willst, bittet! wir mit der ganzen heiligen Kirche auf Erden und mit allen Deinen Auserwählten im Himmel, vernimm, Du HLrr des Himm els und der Erden, das einmütige Gebet aller der Deinigen hier und dort!

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