Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 57 (1901)
- Issue
- 3 (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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23 Laß bald erfüllt werden die Zahl Deiner Auserwählien und das Maß ihrer Plagen! Laß bald zu Ende gehen die Tage, da wir mit allen in Christo Entschlafenen auf die selige Freiheit der Rinder Gottes und unseres Leibes Erlösung sehnlich warten, und vereinge an jenem großen Tage alle Deine Rinder vor Deinem Angesicht! Amen. (Agendenkern rc.) *2. (Desgleichen.) Zuletzt, weil wir die Hoffnung haben, daß Du einmal wieder zu uns kommen wirst, der Welt ein Ende zu machen und uns von allem Übel zu erlösen so hilf, daß wir auf diese unsere Erlösung mit Freuden warten, allezeit aber auch wacker seien und beten, auf daß wir würdig werden, zu entfliehen dem allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn! Das alles wollest Du thun um Deiner unaussprechlichen, ewigen Liebe willen. Amen (Agendenkern rc.) H3. (Desgleichen.) Endlich, weil Du einmal kommen wirst, zu richten die Lebendigen und die Toten, so Regiere uns, daß wir uns bereiten und unfern Lauf also beschließen, daß wir Deine Zukunft mit Freuden erwarten und Dich nicht als einen gestrengen Richter, sondern als einen freundlichen Erlöser anschauen und Erben Deines Reiches werden mögen! Amen. (Löhes Agende.) HErr Gott, allmächtiger Vater! Wir bitten Dich, daß Du wollest durch Heimsuchung Deiner Gnade reinigen unser Herz und Gewissen, aus daß, so da kommt Dein Lohn, unser HLrr, mit allen seinen heiligen, Er in uns eine bereite Herberge finde, der mit Dir lebet und regieret in Einigkeit des heiligere Geistes. Und Du, Lohn Gottes, ewige Weisheit, erwecke Deine Macht und komme, daß wir durch Dich finden Erlösung von unfern Lünden und durch Deine Erlösung besitzen mit Dir das ewige Leben! (Geistliche Auslegung des Lebens JEsu. Aus dem ■\o. Jahrhundert.) Aus der jüdischen Presse. Es muß trotz aller entgegengesetzten Behauptungen immer wieder mit Nachdruck darauf hingewiesen werden, daß unbedingt die Überführung zur Bodenkultur das Radikalmittel für die östliche Juden heit ist. (A. Z. d. I. *900, S. ^3.) — Erst das Christentum hat zielbewußt in dogmatisch-religiöser Fassung das ganze Schwergewicht des Leins ins Überirdische und Zukünftige verlegt und eine völlige Preisgabe des Diesseits zu Gunsten des Jenseits vollbracht. (Ebd. L. 453. wer eine solche Behauptung aufstellt, der kennt das wirkliche Christentum nicht.) — wäre unser Judentum heute nicht oft nur noch eine Totenreligion, die in drei Glaubensartikeln besteht, dem Raddischgebet, der Jahrzeit und der Seelenfeier (Maskir), so stände es anders um die Feier des Limchath-Thora-Festes. Unser modernes Judentum ist leider fast nur noch eine Religion des Todes und keine Religion des Lebens, des freien, großen, von sittlichen Idealen erfüllten und von der Liebe zur Lehre durchdrungenen Geisteslebens. (Ebd. L. 48^) — Der schlimmste Feind, gegen den das Judentum auch heute noch zu kämpfen hat, ist der Geist, der unter den Juden selbst herrscht. Jämmerliche Schlaffheit, Zerfahrenheit und Energielosigkeit haben dem Judentum ihren Stempel aufgedrückt. Ohne jede innere Anteilnahme sieht die Mehrzahl dem Bestreben zu, Hilfe zu schaffen. (Ebd. L. 5^8.) — Das Judentum ist nicht eine Wahrheit, sondern die Wahrheit, welche alle andere Weisheit überwindet. (Ebd. L. 558. Gegen Joh. 6.) — Die wissenschaftliche Behandlung der heiligen Schrift haben uns die evangelischen Theologen längst aus den Händen genommen, nur ganz vereinzelt erscheint einmal ein Buch wie Tachaus „Propheten"' weit beschämender als dieser Mangel an geeigneten Darstellungen der biblischen Geschichte und Religion ist indes das Fehlen jeglicher Systematik. Haben wir ein einziges Werk, das die jüdische Glaubens- und Sittenlehre nach Schrift, Tradition und Bewußtsein der Gegenmart erschöpfend und zusammenfassend darstellt? (Ebd. S. 570 f.) — Die Intelligenz des Judentums kümmert sich ja in den meisten Fällen schon lange nicht mehr um unsere Religion. ... In dieser Beziehung (Belehrung durch das lebendige Wort) haben wir ja bereits ein Vorbild in den evangelischen Jünglingsvereinen. Auch Familienabende sind eigentlich nichts Neues. Siebestehen ja schon innerhalb der christlichen Glaubensgeineinschaft; warum sollten sie nicht auch bei uns eiugeführt werden können? (Ebd. S. 593 f.)