Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 57 (1901)
- Issue
- 2 (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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15 aus bestätigen. Sehr viele Einwendungen gegen die fünf Bücher Moses gründen sich unter anderm auf die Annahme, es habe damals noch keinerlei literarische Thätigkeit bestanden. Nun haben wir aber z. B. eine Tafel in Theben entdeckt, deren hieroglyphische Inschrift aus der Zeit Menexhtahs, des Nachfolgers Ramses II., darüber jubelt, daß der Same der Hebräer vernichtet wird und daß ihre Töchter sein werden wie die Witwen in Ägypten, daß heißt natürlich, sie werden keine Männer finden. Diese Inschrift, die ein Loblied auf die Thaten des großen Ramses darstellt, kann doch nur auf das Töten der Hebräischen Knaben gedeutet werden, das Pharao angeordnet hatte. Lin ausgedehnter Briefwechsel in Keilschrift auf gebrannten Thonplatten fand statt, und zwar zwischen Ägypten und Babylonien in babylonischer Schriftsprache. Kanaan bildete das Durchgangsland für den Postverkehr. Die Keilschrift muß also auch dort bekannt gewesen sein, Hieraus geht unzweifelhaft hervor, daß ebenso Schulen vorhanden gewesen sein müssen. Denn unter den Tafeln von Tell-el-Ämarna befinden sich Briefe von einer Dame und solche von Beduinenhäuxtlingen, was sicherlich auf eine verhältnismäßig starke Verbreitung der Schreibfertigkeit schließen läßt. Diese Tafeln von Tell-el-Amarna bildeten den Schriftwechsel des Auswärtigen Amtes unter dem ketzerischen Könige Khu-en-aten, der um j^oo vor Christo in Ägypten herrschte. Ferner wird behauptet, im Lande Kanaan seien keine zeitgeschichtlichen Aufzeichnungen der fortlaufenden Ereignisse vorgenommen worden. Dies wird aber durch die vollständigen Bibliotheken von Keilschrifttafeln, die in Assyrien und Babylonien aufgefunden worden sind, widerlegt. Dabei darf man nicht vergessen, daß nur ein sehr winziger Bruchteil aller aufgefundenen Tafeln bisher entziffert worden ist, daß immer noch nicht alles ausgegraben wurde, was noch gefunden werden könnte. Bevor aber nicht alles dieses Material gesichtet ist, darf sich niemand anmaßen, aus vermeintlich philologischen Gründen die Echtheit der fünf Bücher Moses bestreiten zu wollen. Die moderne Kritik spricht immer von der Entwickelung der Ideen. Nun kennt aber das Morgenland bis auf den heutigen Tag keine Entwickelung der Ideen. Der Orient ist unveränderlich. Die Vorstellung von einer Entwickelung der Ideen kann einem Kenner morgenländischer Verhältnisse gar nicht kommen. Der Archäologe von heute, der mit den Ergebnissen der Forschung in Babylon, Assyrien, Ägypten und Palästina vertraut ist, kann schon gegenwärtig nicht umhin, den Pentateuch als geschichtliche Urkunde anzusehen. Um nur ein Beispiel von vielen zu erwähnen: Durch die Entzifferung der pincheschen Keilschrift-Tafeln wird die Geschichte von Abrahams Begegnung mit Kedor Laomor bestätigt. Sogar die Schreibweise der Eigennamen deckt sich. Der Name Abram kommt ferner in den Aufzeichnungen aus der Zeit des Kammurabi vor, eben jenes Königs von Babylon, der Kedor Laomor und seine Elamiter bedrängte. Oder ein Beispiel aus späterer Zeit: Ls ist kürzlich eine Inschrift entdeckt worden, wo Sanherib (Sennacherib) eingesteht, daß es ihm nicht gelungen sei, Jerusalem zu erobern. Solange wir nicht sicher sind, alles erforscht zu haben, was, uns in dieser Einsicht zur Verfügung steht, wird jede Kritik des Alten Testamentes aufgrund rein sprachlicher Forschung ganz hinfällig." Zum Nachdenken. \. Die ganze Summe des christlichen Verstandes soll man in zwei Stücke fassen, als in zwei Säcklein im Kerzen, welche sind Glaube und Liebe. Des Glaubens Säcklein hat zwei Beutelein; in dem einen steckt das Stück, daß wir glauben, wie wir durch Adams Sünde allzumal verderbt, Sünder und verdammt sind (Röm. 5, \2); im andern steckt das Stücklein, daß wir olle durch IEsum Lhristum von solchem verderbten, sündlichen, verdammten Wesen erlöst sind (Röm. 5, \8). Der Liebe Säcklein hat auch zwei Beutelein; in dem einen steckt des Stück, daß wir jedem sollen dienen und wohlthun, wie uns Ehrifius gethan hat; im andern das Stücklein, daß wir allerlei Böses gerne leiden und dulden sollen. (Luther.) 2. Man schreitet in allen Dingen fort: warum wollt ihr bei dem alten Lhristus -Glauben bleiben? — Die alte Sonne dort oben scheint auch schon. Jahrtausende, und kein Mensch wird eine bessere bringen. Ihre Strahlen nur können wir immer besser benutzen lernen. So scheint auch Christus, die Sonne des Heils, durch alle Zeiten, wir bekommen keinen andern. IEsus Lhristus, gestern und heute und derselbe auch in La igkeit. wir wollen seine Gnadenstrahlen noch besser anwenden für unser Herz und Leben. Das ist unser Fortschritt. (Friedr. Ahlfeld.)