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Dibre Emeth · 1901-01-01 · 2 (1901) · page 4

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Journal
Dibre Emeth
Volume
57 (1901)
Issue
2 (1901)
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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12 der zerbrochenen Herzen, der Gefangenen und Gebundenen, wovon sie auch gefangen und gebunden sein mögen, ein Tröster aller Traurigen. Der Beruf des Messias ist hiernach ein ganz allgemeiner. Er ist nicht bloß der Erlöser Israels, sondern auch der Heiden, der von allem erlöst, was die Menschen innerlich und äußerlich bedrückt. Hierbei wird aber offenbar auf die Erlösung von dem inneren Leide ein besonderer Nachdruck gelegt, und mit Recht, denn was nützt uns alle äußere Befreiung, wenn nicht das Herzensleid von uns genommen ist? Die. Verheißung eines solchen Erlösers ist viel älter als das Volk Israel. Gott der HErr hat in seiner Barmherzigkeit von Anfang an die sündigen und darum dem Tode verfallenen Menschen Nicht ohne den Trost der Verheißung eines solchen Erlösers lassen wollen. Schon im Paradiese hat er nach \. Mose 3, \5 zu der Schlange, die durch ihren Betrug Adam und Eva zur Übertretung des göttlichen Gebotes verführt und damit des Todes Gift in sie hineingebracht hatte, gesprochen: „Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Meide und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Derselbe soll dir den Aopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen." Die Freundschaft, die das Meib mit der Schlange geschloffen hat, indem sie sich von ihr hat betrügen lassen, soll also nicht bleiben: Gott will vielmehr an die Stelle derselben bittere Feindschaft setzen. Es wird zu einem Aampfe kommen, in welchem der hoch aufgerichtete Mensch suchen wird mit dem Fuße der auf dem Boden kriechenden Schlange den Aopf zu zertreten, während die Schlange nur vermag, ihn in die Ferse zu stechen. Mer der Sieger in diesem Aampfe sein würde, konnte den Menschen nicht zweifelhaft sein, solange sie dem Morte des allmächtigen Gottes glaubten, daß er solche Feindschaft gesetzt habe gegen seinen und ihren Feind und daher mit seiner Macht in dem Aampfe ihnen beistehen werde. Menu auch das hebräische Mort, welches Luther an dieser Stelle zuerst mit zertreten, darnach mit stechen übersetzt hat, wirklich nicht das zerschmetternde Treffen des Aopfes, resp. das verwundende Treffen der Ferse, sondern nur das Streben nach solchem Treffen bedeuten sollte, so ist doch in dem Zusammenhang für den dem Morte Gottes Glaubenden von einem Streben die Rede, das zuletzt zerschmetternd den Aopf der Schlange trifft, während es dem Meibessamen nur die Ferse verwundet. Aber wer ist der Meibessame? Es ist nicht ein Meibesfame wie z. B. Aain, der erste Sohn des Meibes, der Brudermörder, sondern der Meibessame, der da kommen sollte, den Aampf mit der alten Schlange auszukämpfen, und zu welchem freilich dann auch alle die gehören, die auf ihn gehofft haben, schon ehe er in die Melt kam, wie die, welche jetzt auf ihn hoffen, nachdem er gekommen ist. Es ist IEsus Ehristus, der sich darum selber des Menschen Sohn genannt hat, was doch nur ein anderer Ausdruck ist für „der Meibesfame." Dreierlei war es, was die Schlange den Menschen durch ihren Betrug gebracht hat: h die Lüge, mit der sie ihn betrogen, 2. die Sünde, in deren Schuld und Anechtschaft sie ihn gestürzt, 3. der Tod mit aller seiner inneren und äußeren Not. Dreierlei vom Geiste

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