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Dibre Emeth · 1901-01-01 · 2 (1901) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
57 (1901)
Issue
2 (1901)
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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11 Er hatte keine Gestalt noch Schöne; wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der allerverachtetste und unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg. Darum haben wir ihn nichts geachtet." Und so haben sie ihn denn verworfen und als falschen Messias gekreuzigt. Und darüber kam nun wie zum Anfänge auch zum Schluß die große Sichtung über Israel. Die, welchen die ewige Erlösung ganz nahe war, die am Rande des verheißenen Landes der ewigen Ruhe standen, mußten wieder zurück in t>u Bedrängnisse der Völkerwüste: nicht bloß für Jahre, sondern auf Jahrhunderte und Jahrtausende, daß sie dort gesichtet würden und zuletzt von ihnen aufwüchse und sich sammelte ein geringes Volk von j^OOO Menschen, aus jedem Stamme Israels J2000, ein Volk, das da in der Völkerwüste glauben gelernt hat und mit Thränen der Buße und gläubiger Freude bekennt: „Fürwahr, er trug unsere Krankheit und nahm auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missethat willen verwundet und um unserer Sünden willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt." Der Apostel Johannes weissagt mit deutlichen Worten von jenen ^000 Knechten Gottes aus Israel, denen vor dem letzten Gericht, welches um des Blutes IEsu willen über die Welt kommt, das Siegel des Allmächtigen auf die Stirnen gedrückt wird, das sie kräftig machen soll, alle Schrecken des Gerichts zu überwinden (Offb. 7, (—8). Israel hatte einst dem Pilatus, Gott lästernd, zugerufen: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!" And es ist in der schrecklichsten Weise über dasselbe gekommen. Aber nber die ^000 aus Israel wird es in anderem Sinne kommen, nämlich als das Blut der Versöhnung. Da wird sich dann erfüllen, was Ief. 2, 2—$ geschrieben steht. Von entscheidender Wichtigkeit für die Beurteilung der jüdischen Bedenken gegen das Ehristentum ist nach dem Gesagten offenbar die Frage: Wen versteht das A. T. unter dem Messias (eig. Maschiach)? Nach Ies. 6\, \ und 2 ist er der mit dem Geist des HErrn Gesalbte, nicht ein Gesalbter, wie die Hohenpriester, Propheten und Könige Israels es waren, solange sie ihrem göttlichen Berufe nicht ungetreu wurden, sondern der Gesalbte, mit welchem die Vollendung aller Geistessalbung in die Welt kommen sollte. Denn es ist nicht Iesaia, der hier von sich spricht, sondern der Prophet läßt wie schon Kap. qq den kommenden Knecht Gottes sprechen, zu welchem Gott dort in Vers 6 sagt: „Es ist ein Geringes, daß du mein Knecht bist, die Stämme Jakobs aufzurichten und das Verwahrloste in Israel wiederzubringen, sondern ich habe dich auch zum Licht der Heiden gemacht, daß du seist mein f)eü bis an der Welt Ende." Aus Ies. 6\, \ und 2, welche Worte IEsus in der Synagoge zu Nazareth nach Luk. % \6—2\ ausdrücklich auf sich bezogen hat, geht nun deutlich hervor, daß der kommende Messias ein Erlöser sein wird, aber nicht bloß ein Erlöser von äußeren Feinden sondern ein Erlöser der Elenden,

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