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Dibre Emeth · 1901-01-01 · 1 (1901) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
57 (1901)
Issue
1 (1901)
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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5 Gläubigen, die uns begleiteten, führten uns in ihr Dorf zurück. Mit ihnen verbrachten wir noch etliche reich gesegnete Tage. Dann kamen wir nach Ber Auskuam, wo wir einen Gläubigen aus Israel fanden. Als wir weiter reisten, kamen wir nach Abola Georgis. Es hatte viel geregnet, so daß wir ganz durchnäßt waren. Die Leute des Dorfes nahmen uns in ihre Hütten auf, machten Feuer, damit wir unsere Aleider trocknen könnten, gaben uns ein Nachtessen und wuschen unsere Füße. XDtr verkündigten ihnen Gottes Wort und schliefen in Frieden bei ihnen. Von da kamen wir nach Ibert, wo wir Falascha fanden, denen wir predigten. Bei den Falascha hat man immer dasselbe wieder zu sagen und auf dieselben Streitfragen zu antworten. Nur eines möchte ich beifügen: Sie hörten uns stille an. Wir suchten einen Falascha auf, der nicht fern vom Reiche Gottes zu sein schien. Da er selbst nicht lesen kann, steht er ganz unter der Gewalt der Priester, die alles thun, um ihn vom Glauben an IEsum und von der Taufe zurückzuhalten. Wir legten ein Zeugnis ab und befahlen ihn und seine ganze Familie der Barmherzigkeit Gottes. Gott muß die Decke von feinen: Kerzen wegnehmen. Zwei Frauen kamen zu uns und sagten, sie wären längst von der Wahrheit überzeugt, würden and} gerne Christinnen werden, aber ihre Männer wollten nicht glauben. Wir ermahnten sie, ihren Männern ihren Glauben vorzuleben und Gott zu bitten, daß er jenen Gnade schenke, ans Evangelium zu glauben. Mit den Falascha redeten wir zwei Tage über die Hoffnung Israels. Wir zeigten ihnen aus Mose, den Propheten und Psalmen den einzigen Weg zur Seligkeit und wiesen ihnen aus der Apostelgeschichte nach, daß in früherer Zeit tausende von Israeliten zum Glauben kamen und sich taufen ließen. Viele schienen der Wahrheit näher zu kommen. Sie baten uns, sie wieder zu besuchen und noch weiter zu unterrichten, weil sie vergeßliche Leute seien. Ehe wir abreisten, trat ein Falascha vor und sagte: „Ich glaube, daß IEsus Gottes Sohn ist. Taufet mich!" Wir sagten: „Lerne in der Stille! Übers Jahr kommen wir wieder." In Mentschßt, Aebeb und Adiet fanden wir Gläubige aus Israel. Sie beherbergten uns, und wir speisten sie mit Gottes Wort. Wir halten Freude an einander und pflegten die Gemeinschaft der heiligen. Auch bei allerlei äußeren schwierigen Fragen konnten wir manchmal einen guten Rat erteilen. Die zerstreut wohnenden, durch die Derwische ausgeraubten Gläubigen leben alle in recht dürftigen Verhältnissen. In Adiet sagte einer unserer Gläubigen: „Wie kann man ein guter Christ sein, wenn man arm ist und der täglichen Nahrung und Aleidung ermangelt? Da kommen so viele böse Gedanken, oft sogar ein Murren gegen Gott, der es geschehen ließ, daß die Derwische uns ausraubten und viele unserer Liebsten abschlachteten." Wir sagten: „Lieber Bruder! Nicht bei Gott, sondern bei uns wollen wir die Ursache suchen. Gottes Hand liegt schwer auf uns und unserem Volk, aber denen, die Gott lieben, müssen alle Dinge zum Besten dienen. Wenn Du Nahrung und Aleidung hast, laß Dir genügen! Denke daran, daß IEsus uns lehrt: Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner

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