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Dibre Emeth · 1901-01-01 · 1 (1901) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
57 (1901)
Issue
1 (1901)
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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4 machen. Wir kamen nach Guratsch, wo wir Gläubige aus Israel fanden. Sie nahmen uns mit Freuden auf und bewirteten uns. Wir reichten ihnen Speise für ihre Seelen aus Gottes Wort. Das Wort fand Eingang. Sie sagten uns: „In unserer Nähe befindet fich ein Falaschadorf mit vielen Priestern, die eine Mesgid (Synagoge) haben und blutige Opfer darbringen." Auf unsere Bitte begleitete uns eine Anzahl Männer in das Dorf. Wir passierten zwei Dörfer, in denen wir Gläubige kennen lernten. Alle hatten große Freude über unfern Besuch. Aus dem Schatz der Bibel teilten wir reichlich an sie aus und stärkten ihren Glauben. Am dritten Tage kamen wir nach Dschufim, wo wegen einer Hochzeit viele Falascha, auch viele Priester, anwesend waren. Wir sandten unsere Begleiter zu den Falaschapriestern und ließen sie bitten, zu uns zu kommen: „Wir wollen mit Euch das A. T. lesen." Zuerst wollten sie nicht kommen. Es ging ihnen wie den Leuten, die das Licht fürchten. Die Priester hassen uns, weil sie, wenn die Falascha zum Glauben kommen, ihre Einkünfte verlieren. Denen, die sich versammelten, lasen wir aus dem äthiopischen und amharischen A. T. die messianischen Weissagungen vor. Ein Priester sagte: „Die Propheten nehmen wir nicht an. Die sind für Euren Glauben, aber nicht für den unfern. Wir glauben nur an die 5 Bücher Moses." Wir fragten: „Haltet Ihr denn die Propheten Gottes für Lügner?" „Nein, das thun wir nicht," war die Antwort. „Wenn Ihr sie nicht für Lügner haltet, müßtIhr ihr Zeugnis annehmen." Wir lasen jetzt Ies. 66. Als der 3. Vers gelesen wurde, brach einer in heftigen Zorn aus und fing an, uns mit allerhand Schimpfnamen zu beehren. Wir sagten: „Schimpf lassen wir uns gerne gefallen, aber Gottes Wort entscheidet. Gottes Wort ist unser und Euer Richter. Besser, eine Gewohnheit aufgeben, als Gottes Wort verachten. Gott gab seinen eingeborenen Sohn zur Versöhnung der Welt. Wir verkündigen Euch den Weg zum Leben. Glaubt Ihr Euerer Bibel, so werdet Ihr selig durch IEsum. Glaubt Ihr nicht, so werdet Ihr verdammt. Ihr sollt aber wissen, daß wir unsere Pflicht gethan und am großen Gerichtstag keine Verantwortung haben. Alle Verantwortung legen wir auf Euch. Alle diese Seelen hier wird Gott einst von Euch Priestern fordern." Hierauf wurde der Zornige stille, setzte sich und hörte zu. Wir lasen noch mehr Stellen der Bibel vor und sagten dann: „Liebe Väter und Brüder! Einst waren wir wie Ihr Feinde IEsu Ehristi und friedlose Leute. Die blutigen Opfer nahmen unsere Sünden nicht weg. Aber durch IEsum haben wir Frieden mit Gott, Vergebung unserer Sünden und eine gewisse Hoffnung des ewigen Lebens gefunden. Liebe hat uns aus weiter Ferne zu Euch gebracht. Wir können nur bitten: Werdet wie wir und glaubet an das Evangelium, sonst werdet Ihr von IEsu, dem zukünftigen Richter, verdammt. Wo wollt Ihr am Gerichtstage Euch verbergen, was antworten, wenn Ihr seine Feinde bleibt?" Bis zum späten Abend redeten und kämpften wir. Als wir dann mit der Ankündigung schieden, daß wir gedächten, übers Jahr wieder zu kommen, sagte ein Priester: „Gott töte Euch alle, ehe ein Jahr vergeht!" Die

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