Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 57 (1901)
- Issue
- 1 (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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2 dem Geber aller guten Gaben demütigen Gehorsam! Rufen wir auch im Einblick auf die uns gestellte Missionsaufgabe täglich zum himmlischen Vater mit dem Gebetswort und in dem Namen Seines eingeborenen Sohnes: „Dein Wille geschehe!" Msßonswanderungen in Abessinien. I. Mit Debtera Ain Alem verließ ich am 20. Mai W9 Debra Tabor. Am ersten Tage erreichten wir das Dorf Sandega. Die Sonne war am Untergehen, als wir uns am Wege müde niedersetzten und warteten, ob uns jemand in sein Haus einladen würde. Vor dem Dorfe hatten sich viele Aaufleute gelagert. Nachdem wir einige Zeit gewartet hatten, kam ein Dorfbewohner und sagte: „Steht auf und beehret meine Hütte als Gäste! Ich will Tuch Wasser geben, daß Ihr den Staub von Euren Füßen wascht, und Brot und Milch zu Eurer Stärkung. Wenn Ihr geruht habt und die Sonne aufgeht, sollt Ihr weiterziehen." Wir dachten, der Mann sei arm, und sagten: „Wir wollen mit den Aaufleuten hier im Freien übernachten." Aber er antwortete: „Nein. Ihr seid Diener Gottes und Thrifti. Ihr dürft nicht im Freien übernachten. Ihr seid meine von Gott mir gesandten Gäste. Aaufleute beherberge ich nicht." Wir folgten nun der Einladung und erinnerten uns an Hebr. j(3, 2. Uns war der Mann fremd, er aber kannte uns dem Namen nach. Er und seine Frau erwiesen uns viel Liebe, und wir teilten ihnen von den geistigen Gaben mit, die uns anvertraut sind. Am Morgen verabschiedeten wir uns in christlicher Liebe. Abends erreichten wir Tababari, wo uns die jDrofelyten mit warmer Liebe aufnahmen. Wir lasen zusammen Gottes Wort, beteten miteinander und erzählten uns bis tief in die Nacht, was Gott an uns gethan hat. Anderen Tags kamen wir nach Sadschar. Wir stärkten die Gläubigen mit Gottes Wort und Gebet. Am folgenden Tage erreichten wir Saalma. Hier besuchten wir einen meiner Verwandten. Er war einst reich, verlor aber durch die Rinderpest seinen ganzen Reichtum, der in Aühen und Ochsen bestand. Er war sehr traurig, und seine Frau sah recht finster aus. Wir hielten ihnen Hiobs Beispiel vor, der sagen konnte: „Der HErr hat's gegeben, der HErr hat's genommen, der Name des HErrn fei gelobt." Unsere Worte und Gebete trösteten sie etwas. Dann kamen wir nach Abura Hara. Am folgenden Tag setzten wir über den Nil und kamen nach Maqual. Mit großer Freude empfingen uns hier die Gläubigen. Sie waren ganz glücklich, daß wir sie in einem Jahr zweimal besuchten. Wir Lasen mit ihnen die Bibel und redeten besonders über Ioh. 3. Bei unferm letzten Besuch hatten wir viel mit einem ungläubigen, hartherzigen Falascha geredet. Er ließ sich damals nicht überzeugen. Aber das Wort kam doch nicht leer zurück. Er kam hernach zum Nachdenken, zur Buße und zur Bekehrung. Wir freuten uns, jetzt in ihm einen lieben Bruder zu begrüßen, und der Mann, der samt seiner ganzen Familie getauft