Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 56 (1900)
- Issue
- 12 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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95 aber später in einer alten Schrift gefunden, daß wir um Christi willen, ohne daß wir es verdient, aus Gnaden gerecht und selig werden. Wenn der Welt diese Brücke nicht anstehe, so könne sie mit eigenen Füßen durchs Weltmeer waten und Zusehen, ob sie nicht ertrinke. (M. Boos.) 2. Sieh' zu, daß in deinem Kreise nie ein anderer das Kommando hat als JLfus allein. Nagele die alte teure Flagge fest an den Mast, daß sie niemals sich senke! Laß niemand ans Steuer als JLsum allein! verleugne nie das Kreuz deines HLrrn, an welchem er starb, weil er dich nicht lassen wollte! (3. Ruperti.) 3. wie ist es doch nicht nur so frevelhaft, sondern auch ganz vergeblich, gegen Christum anzustürmen! Mit ihrem Kopf gegen einen Felsen rennen alle, die ihn verwerfen. Die Köpfe rennen sie sich ein, aber der Felsen bleibt. Mit all ihrem Unglauben erreichen die Menschen doch nur dreierlei: ihre eigene Verdammnis, 2. daß des HErrn Sieg immer größer und herrlicher wird, 3. daß andere an ihre Stelle treten und selig werden. Oder ist es nicht ein bedeutungsvolles Zeichen, daß, als man vor ^00 Jahren in Frankreich die Religion abschaffte, das Werk der Mission einen neuen Aufschwung nahm? Ist nicht das in 400 Sprachen in der Welt verbreitete Evangelium ein Zeugnis wider feine Verächter unter den Christen? - (O. Arm kn echt.) Hin Weihnachtsvrief ZSisurarcks. Am 2$. Dezember i66§ sandte König Wilhelm I. von Preußen seinem Ministerpräsidenten, der ihm in dem damaligen verfassungsstreit treu zur Seite stand, als Weihnachtsgeschenk einen Spazierstock. Der Beschenkte dankte noch am gleichen Tage mit folgendem Schreiben: „Ew. Majestät sage ich meinen ehrfurchtsvollen nnd wärmsten Dank dafür, daß Allerhöchstdieselben meiner heute in Gnaden gedacht haben. Möge Gott mir soviel Kraft geben, als ich guten Willen habe, den Stab, -dessen Symbol Ew. Majestät mir als ein lebenslänglich teures Andenken heute schenken, nach Allerhöchst Ihrem willen zum beeile unseres Vaterlandes zu führen. Ich habe das gläubige vertrauen zu Gott, daß Ew. Majestät Stab im deutschen Lande blühen werde wie der Stecken Aarons nach dem 4. Buch Moses im \?. Kapitel, nnd daß er zur Not sich auch in die Schlange verwandeln werde, welche die übrigen Stäbe verschlingt, wie es im 7. Kapitel des 2. Buches erzählt ist. verzeihen Ew. Majestät meinem dankbaren Gefühl diese Bezugnahme! Angesichts des weihnachtsfestes habe ich das Bedürfnis, Ew. Majestät zu versichern, daß meine Treue nnd mein Gehorsam gegen den HLrrn, den Gott mir auf Erden gesetzt hat, auf derselben festen Grundlage beruhen wie mein Glaube. In tiefster Ehrfurcht und unwandelbarer Treue ersterbe ich Ew. Majestät allerunterthänigster v. Bismarck." Kleine Wisst onszeitung. In Köln waren vom 6. bis zum 9. Oktober Vertreter verschiedener Jndenmissionsgesellschaflen und weitere Freunde Israels zu gemeinsamer Beratung über allerlei missionarische Fragen versammelt. Die Einladung zu dieser „Allgemeinen Missionskonferenz für die Arbeit der Kirche an Israel" hatte der westdeutsche Verein ausgehen lassen. —während der diesjährigen Allianzversammlung zu Blankenburg i. Th. wurde ein Nachmittag der Judenmission gewidmet. Oberstleutnant v. Knobelsdorff zeigte, wie man durch Liebe an jüdische Kerzen herankomme. Eins seiner Beispiele„schilderte den Übertritt einer jungen Israelitin zum Christentum als die Folge der Übersendung eines Trostsxruchs an ihre von Krankheit heimgesuchte Familie. Der Hauptredner, Prof. Ströter, behandelte Rom. tl, Er sagte u. a.: „Hat Gott so viel für die Juden übrig, wie die Bibel lehrt, so muß auch die Christenheit mehr für sie übrig haben. Ihre künftige wiederannahme ist^ ebeiilo sicher wie ihre bisherige Verwerfung. Gott giebt uns durch sie den besten Anschauungsunterricht: sie sind eine lebendige Bibelerklärung." — Der leipziger Lentralverein f. ITT. u. I. erlaubte seinem Missionar in Brody, Schmeißer, nach Krakau überzusiedeln. Die Verbindung mit P. Zöckler in Stanislau hörte auf, da dieser zum Pfarrer daselbst gewählt wurde. Miss. Höhne legte sein Amt in przemysl nieder und wurde Pfarrer in Eibau (Sachsen). Ein früherer Missionar des Vereins, Eisenberg, starb *899. Von dem zum ^o. Trinitatissonntag erscheinenden Flugblatt wurden ^99 fast 70000 Abzüge bestellt. Beim letzten Jahresfest wünschte der Vorsitzende, Graf Vitzthum, daß jeder Christ im Auftreten, Reden und Bekennen den Juden ein Beweis für die Wahrheit des Christentums