Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 56 (1900)
- Issue
- 12 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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9 6 und ein Zug zu Christo würde. ,,wieviel Gelegenheit lassen wir zaghaft unbenutzt, aus Mangel daran, daß das Herz jo voll ist, daß der Mund davon Überlauf!!" — Der Baseler Verein der Freunde Israels, dessen Leiter Prof, heman ist, beschäftigt jetzt 2 Missionare: Laub in Straßburg und Greiß in Prag. Der letztere stammt aus Schwerin i. M. und ist Kandidat der Theologie. Seinem ersten Jahresbericht entnehmen wir folgende Worte: „Fragt die Nachtigall sich, ob sie Berechtigung hat, in diesem oder jenem Busch zu singen? Sie singt, denn sie muß singen. Ja, sie singt auch jenem ruchlosen Buben ihr Lied vor, der ihr nach dem Leben trachtet. Die Berechtigung und Pflicht zur Iudenmission mag wohl aus diesem oder jenem Schriftworte erwiesen werden können: mehr noch liegt sie im Geist der ganzen Schrift, des Christentums selbst." „wir wissen, daß am Ende der Tage viele von' denen, die sich Christen nennen, von Christo werden abgewiesen werden, daß aber gerade dann das alte Volk Gottes wieder angenommen werden soll. Das ist der Wille Gottes: dem bahnen wir den weg. Die Zukunft ist unser." — Die Französische Gesellschaft z. L. I. arbeitet immer noch in Oran und Algier, wurde aber genötigt, den einen von ihren Missionaren, I. Touff, zu entlassen. Der wiederholte Aufruf zur Bewerbung um den erledigten Pariser Posten hatte bisher keinen Erfolg. Die Zahlung einer Beisteuer zur Erhaltung des Leipziger Iu8t,1tntuin Judaicum mußte eines Defizits wegen eingestellt werden, von drei evangelischen Missionsplätzen im Basutoland erhielt die Gesellschaft mehr als 430, aus dem Elsaß \w Francs, während die Schweiz 976 sandte. — viele englische Freunde Israels treffen sich alljährlich bei den großen religiösen Versammlungen zu Ke sw ick. Diesmal wurde hier die Iudenmission in Reden und Gebeten mehr als je berücksichtigt. Frl. Baily, die von Persien zurückkehren mußte, berichtete von einer Begegnung mit dem Sohn des Schahs. Line Londoner Missionarin erzählte, daß eine Jüdin der sie \\ Jahre früher das Evangelium verkündigt hatte, infolge eines Gelübdes Christin geworden sei, als Gott das von ihr erbetene Zeichen gewährte und ihren todkranken Sohn wieder gesund machte. — Bona, das alte hipxo, das Annaba der Araber, wo der römische Erzbischof von Algier am 29. März die neue Augustinuskathedrale eiuweihte, wurde gleichzeitig von Miss. Flad jun. und einem Mitarbeiter besucht, von dem Geist des Kirchenvaters, der hier 35 Jahre lang Bischof war, und um dessentwillen der Platz auch St. Augustin genannt wird, vermochten die 2 Protestanten nichts zu entdecken. Der Rabbiner, welcher aus dem Elsaß stammt und in Paris studiert hat, erlaubte dem Gosbar oder Schatzmeister der jüd. Gemeinde, ihnen \2 heil. Schriften für die Knabenschule abzukaufen. Bei einem der Religionsgespräche, die in Läden oder Wohnhäusern stattfanden, mußte Flad beteuern, daß er die Irrtümer der römischen Kirche ebenso verwerfe, wie man das auf jüdischer Seite thue. vor jungen Leuten, welche eine französische Schule durchgemacht halten, hatte er die Lehre von der Empfängnis IEsu durch den heil. Geist zu begründen. Er wies nach, daß der Messias auf wunderbare, übernatürliche weise in die Welt eintreten mußte, da ein gewöhnlicher Mensch nicht im stände gewesen wäre, das zu thun, was er that. Bei den meisten Juden in Bona scheint der Ausspruch eines derselben zuzutreffen: „Algiers Religion ist Gelderwerb." Antworten. Über das Kreuz in den vor- und außerchristlichen Religionen giebt Prof. Zöckler in seinem Buch „Das Kreuz Christi" (S. 7—95) Auskunft. Aus dem A. T. erwähnt er hier (S. 90) Ezech. 9, <4 als eine Stelle, an welcher das Kreuzeszeichen nicht wie sonst Fluch, sondern Segen bedeute. — Die beabsichtigte Aufhebung des Londoner Missionsamtes in Berlin kam noch nicht zur Ausführung, wahrscheinlich wird sie 4904 erfolgen. _ Empfangsbescheinigung: hr. P. B.-St., Frl. M.-P. je 4,60. hr. P. V.-Kl. 3,30. hr. P. D.-Lüb. 9. Brndergem. Rixdorf 74,66. herzlichen Dank! Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße 43. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Iahrespreis: 80 Pf. Nruck von I. windolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.