Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1900-01-01 · 12 (1900) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
56 (1900)
Issue
12 (1900)
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2554541-2555115-2555127--10087-2566309
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

selbst." Bei der Begründung seiner Auffassung erinnert Dr. Schick an pf. \22f 3. (Bei Apg. \2, \2 denkt er an eine Familie, welche den betreffenden Stadtteil verwaltete. Ebenso deutet er Mk. j$.) Ferner zieht er die Talmudstellen herbei, nach welchen in Jerusalem Hühner und Tauben nicht gehalten, Gärten, Dreschtennen, Mistgruben und Erker an den Däusern nicht angelegt, Bäume nicht gepflanzt, wohl aber Straßenbogen errichtet und überbaut werden durften. Namentlich begünstigen seine Ansicht der Satz im Traktat Baba Aamma, daß in Jerusalem kein Haus Privateigentum war und daher auch keins verkauft oder vererbt werden konnte, und die Erklärung in den Aboth Nathan, daß die Vorschrift 5. Mose 2\, \8-2][ von Jerusalem nicht gelte, weil dies die Stadt des ganzen Volkes war.. Auch heutzutage giebt es innerhalb Jerusalems wenig Privatbesitz. Weitaus das Meiste gehört nach Schick den Moscheeen, Airchen, Alöstern und Synagogen. _ Zu Zesaia 41, 17. Lin brotloser Arbeiter ging an einem Sonntagmorgen an einen Fluß, um sich zu ertränken, hierbei geriet er in eine Schar von Kirchgängern. Unbewußt folgte er denselben ins Baus des Herrn. Gesang und Gebet nahmen seine Aufmerksamkeit in Anspruch. Noch mehr fesselte ihn die predigt, welche Ies. yi behandelte und ihm die Frage vorlegte: „Bast Du es schon mit dem Gott Israels versucht?" Lr mußte im Stillen diese Frage verneinen. Aber er beschloß, alsbald die probe zu machen, ob Gott ihm helfen werde. Schon am folgenden Morgen wurde fein Gebet erhört. Lr fand wieder Arbeit und brauchte fortan nie mehr zu darben. Ja, der arme Mann wurde im Lauf der Zeit ein reicher Besitzer. 20 Jahre nach jenem Sonntag erzählte er selbst dem Prediger, den er damals hatte reden hören, von der durch Ies. bewirkten, wunderbaren Wendung seines Geschickes. „Gott hat mich seither nie verlassen," bekannte er mit dankerfülltem Kerzen. Zu Markus 16, 15. Lin Universitätslehrer pflegte mit den jungen Männern, die unter seiner Obhut standen, über ihre Stellung zu Lbristo zu reden. Lin anderer Professor mißbilligte dies Verfahren und fragte ihn: „Sehen tie jungen Leute Ihre Morte nicht als eine Zudringlichkeit an?" Aber er antwo.tete: „Nein. Nichts ist für einen Menschen von so großem Interesse wie seine eigene Seele und deren Zustand. Lr wird niemals Worte der Mahnung oder des Trostes übelnebmen, wenn diese von aufrichtigem Mitgefühl zeugen." Dann fügte er hinzu: „Als ich jung war. dachte ich wie Sie. Der Vetter meiner Frau, ein unmündiger junger Mensch, wohnte sechs Monate bei nns. Meine Anast vor Einmischung war so groß, daß ich ihn niemals bat. zu unserer Familienandacht zu konrmmen, und daß ich niemals über Religion mit ihm sprach. Er geriet in schlechte Gesellschaft, urrd es ging schnell bergab mib ihm. Als ich mit ihn» hierüber redete, sprach ich auch von Lhristo. „Nennst Du Dich einen Lhristen?" fragte er, tu&em er mich verwundert anblickte. „Gewiß," antwortete i l\ „Aber Du bist es nicht, wenn Du es wärst, müßte Christus Dein bester Freund sein. Und doch habe ich sechs Monate lang in Deinem krause gelebt, und Du hast nur nicht ein einziges Mal seinen Namen genannt. Nein, er ist Dir nichts." Ich habe diesen Vorwurf niemals vergessen." Zum Nachdenken. \. wenn ich einmal tot bin, so sag' der Welt, ich lasse sie grüßen, und ich habe ihr weiter kein anderes Kräutlein eingeben wollen als dieses, daß der Gerechte aus dem Glauben lebe, das habe mir und anderen geholfen. Den Glauben, daß man durch sich selbst gerecht und selig werde, habe ich lange probiert. Ich habe

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.