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Dibre Emeth · 1900-01-01 · 12 (1900) · page 5

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Journal
Dibre Emeth
Volume
56 (1900)
Issue
12 (1900)
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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93 der ohne Schelten und Drohen Schläge, Hohn und Spott, Geißelung und Kreuzigung von denen ertrug, über welche er herrschen sollte, ist er am Kreuze, für seine Mörder um Vergebung bittend, gestorben. Was fehlt da noch, daß man ihn als den Messias anerkenne? Der äußere Erfolg? Aber die Herren, die, wie oben angegeben, den mit dem Schwerte gekommenen Messias verabscheuen, erklären, sie seien auf dem religiösen Gebiete durchaus nicht Anhänger des Erfolgs. Wie dürften sie auch anders handeln, die einsichtigen Kinder des Volks, das von jeher seine Propheten verfolgt und gesteinigt, darnach aber solche Unthaten hat bereuen und den Ermordeten zu Ehren Gräber bauen müssen, weil es fein Leben fand in den Worten der Ermordeten, — des Volks, das nun schon so viele Jahrhunderte ohne äußeren Erfolg hofft und harrt auf Den, der da kornmen soll zu seiner Sammlurig und Erlösung aus der Zerstreuung? Ist es mit IEsu anders, als mit seinen Vorgängern, den Propheten Israels? haben nicht viele Millionen dem Gekreuzigten die herrlichsten Kirchen gebaut, weil sie in seinen Worten und Thaten ihr Leben und zwar das ewige Leben fanden? Kann es einen größeren Erfolg geben als den, den IEfus in der Welt errungen, zumal wenn inan nicht bloß auf die Herrlichkeit und den Schmuck der äußeren Gebäude und Denkmäler sieht, die ihm zu Ehren errichtet worden sind, sondern auf die Herrlichkeit des heiligen Lebens, das aus seinem Grabe hervorgebrochen ist, zu trösten alle Traurigen, zu heilen und zu stärken alle <rn Leib und Seele Kranken und Schwachen, überschwänglich reich zu machen alle Armen und die Siegesfreude des ewigen Lebens zu geben den Sterbenden? _ (Fortsetzung folgt.) Aber die Eigenart der Ztadt Jerusalem schreibt der in der heiligen Stadt ansässige Baurat Dr. Schick in den „N. Nachrichten a. d. Morgenlande" ($00, S. (35 ff.): „Jerusalem war stets und ist bis zu einem gewissen Grade heute noch ganz verschieden von andern Städten. Jerusalem stellte in der theatralischen Verfassung des Volkes Israel das Lager des Volkes Gottes dar. Es war das Herz im Körper des Volks." Schick ist der Ansicht, daß es in der Stadt ehedem kein Privateigentum gegeben habe. „Das Ganze war eine Staatsanstalt. Jeder Israelit hatte ein Mitbesitzrecht an der Stadt. Dreimal im Jahre fand er da von Staatswegen für alle die Wohnung bereitet. Die Stadt bildete ein großes Pilgerhaus. Diese Wohnungen für das um den Tempel sich versammelnde Volk waren vorgebildet in dem 2000 Ellen breiten leeren Platz um die 5tiftshütte her. Im vorexilischen Jerusalem war dies freilich noch nicht so vollkommen durchgeführt ((. Kön. 2, 36). Erst nach der babylonischen Gefangenschaft blieb für Privathäuser kein Raum mehr. Mit der Zunahme der Volkszahl erwies sich die Stadt zu klein, so daß der Ölberg bis Bethanien hinaus geheiligt werden mußte, daß viele da in Landhäusern, höhlen, Hütten, Zelten und dgl. die Festzeit über wohnen mochten und es galt, als wohnte,i sie in der Stadt

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