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Dibre Emeth · 1900-01-01 · 12 (1900) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
56 (1900)
Issue
12 (1900)
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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9! nicht, denn sie wollten von ihrem irdischen Sinn nicht lassen. (£r betrachtete es, solange er auf Erden lebte, ausschließlich als seine Aufgabe, an Israel zu wirken, damit es zur Sinnesänderung käme und geschickt würde zur Ausübung seines hohen Berufs. Er verbot für die damalige -Zeit seinen Jüngern, zu den Heiden und Samaritern zu gehen. Er sprach es aus, daß er nur zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel gesandt sei. Er geriet in Zorn, als eine heidnische Aananiterin ihn dennoch dazu drängen wollte, ihrer kranken Tochter zu helfen, und wurde zuletzt nur dadurch bestimmt, ihrem Flehen nachzugeben, als es offenbar wurde, daß sie in ihrem demütigen Glauben innerlich eine wahre Tochter Israels geworden war. Wie hoch hat IEsus den Vorzug Israels stets geachtet! Als all sein heiliges Liebeswirken an Israel statt der Sinnesänderung nur eine furchtbare Feindschaft gegen ihn bei den geistigen Beherrschern des Volks hervorgebracht hatte, da wurde er hierdurch doch nicht zu den Heiden getrieben, um dort sein Evangelium zu verkünden, sondern er ging zum passahfest nach Jerusalem, um sich als das wahre Passahlamm schlachten zu lassen. Da haben sie ihn denn geschlachtet und in ihm das Reich Gottes verworfen. Jetzt mußte dies Reich über Israel hinweg zu den Heiden gehen, wie er es vorher geweiffagt hatte. Nach seiner Auferstehung gebot er: „Gehet hin in alle Welt und machet zu Jüngern alle Heiden, indem ihr sie taufet und sie lehret halten alles, was ich euch zu thun befohlen habe." Oder sollte der ewige Ratschluß Gottes an dein Widerstande Israels scheitern? „Aber wer glaubt unserer Predigt und wem wird der Arm des HErrn geoffenbart?" möchte man mit Iesaia ausrufen. Israel bleibt dabei, der Messias hätte vor allem von dem Joche der Römer befreien müssen. Aber man hat ihm ja dazu garnicht Zeit gelassen. Nur 3 Jahre lang hat er in Israel gewirkt mit einer Liebe, die die Welt noch nie erfahren hatte und auch in diesem Äon nicht wieder erfahren wird, mit einer Weisheit, die bisher noch immer alle Weisheit dieser Welt zur Thorheit gemacht hat, mit einer göttlichen Zuversicht und Wunderkraft, die die aller früheren Gottesmänner und Propheten Israels weit übertraf. An diesen 3 Jahren hatten seine Volksgenossen genug. Sie wollten nicht, daß dieser Messias über sie herrschte. Damit hat sich wiederum auf seinem Gipfel der Sinn gezeigt, der von jeher bei Israel hervortrat. Es forderte von Samuel einen „Aönig, wie ihn alle Heiden haben." Als Samuel dieser Forderung widerstand, sprach Iehovah zu ihm: „Sie haben nicht dich, sondern mich verworfen." Gott hat freilich damals in seiner großen Langmut dem Volk nachgegeben und hat ihm Aönige geschenkt: nicht nur solche, die Israel die bösen Folgen des gottwidrigen Sinnes erfahren ließen, sondern auch Aönige, die bei allen ihren Schwachheiten und Sünden doch Vorbilder sein konnten auf den wahren Aönig, der da kommen sollte, und der nicht war, wie ihn alle Heiden haben. Aber Gott ließ es dann die Israeliten auch erfahren, wie sie durch ihre Aönige, die sie mächtig gemacht unter den Heiden, in die Händel der Welt verwickelt wurden, in ihren Götzendienst, in ihre Tyrannei,

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