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Dibre Emeth · 1900-01-01 · 11 (1900) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
56 (1900)
Issue
11 (1900)
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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8<* Stadt hervor^ Es hat nie einen treueren und größeren jüdischen: Patrioten gegeben als JEsum, und doch war die Stadt, die er so innig liebte, die Stadt seiner Mörder. In Gethsemane ergab er sich ganz in den Willen seines Vaters, um den bitteren Leidenskelch zu trinken, gegen den seine menschliche Natur sich sträubte, damit er vollends würde das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt. Dieser Gebetskampf im nächtlich verborgenen Gethsemane ist der gewaltigste und segensreichste Rampf, der je auf Erden ausgekämpft ist. Vor seinen Richtern Aaiphas und Pilatus bezeugte er selber, da andere Zeugen nichts gegen ihn vermochten, daß er sei Lhristus, der Sohn des lebendigen Gottes, der Juden Aönig, womit er sich selber, wie er wohl wußte, das Todesurteil sprach. Das ist das mit dem Tode besiegelte, vor der ganzen Welt, der jüdischen und heidnischen, abgelegte Zeugnis der Wahrheit, das keine Wacht der Welt wird umstoßen können. Als ihn die Ariegsknechte gegeißelt und zum Spotte mit Dornen gekrönt und angebetet hatten, da litt er still und geduldig. Das ist die hoheitsvollste Antwort göttlicher Geduld mit den lästernden Sünden, die je auf Erden gegeben wurde und die selbst den Pilatus so ergriff, daß er die Juden Hinschauen ließ auf das Bild dieses hoheitsvollen Leidens mit den Worten: ,, Sctjt, welch' ein Mensch I" in der vergeblichen Hoffnung, sie würden, durch diesen Anblick gerührt, ablassen von ihrer Forderung, daß JEsus gekreuzigt würde. Am Areuze sprach er mitten in seiner Pein: „Vater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thunl" Das ist die größte Feindesliebe, die je auf Erden erwiesen ist. Denn durch sie hat JEsus allen Sündern, auch den größten, den Frieden mit Gott erworben, wenn sie ihn suchen, und den Grund zu dem ewigen Reiche des Friedens gelegt, nach dem die Welt ohne ihn vergeblich sich sehnt. Zu dem einen Schächer neben ihm, der seine Sünden bereute und JEsum um Hilfe anflehte, sprach er: „Wahrlich, ich sage Dir, heute wirst Du mit mir im Paradiese sein." Das ist der herrlichste Trost für jeden armen Sünder, d. i. für jeden Menschen, der in Todesqualen mit Reue der Ewigkeit entgegengeht. Wahrlich, JEsu Worte inmitten seines Leidens sind die größten weltbewegenden Thaten! Wenn von ihnen in der Welt Lärm und Lust nichts vernommen wird: in der Stille der Sterbestunde spürt man ihre Thatkraft. Das Leiden des HErrn ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Die Thaten können also in seiner Geschichte nur dem fehlen, der in vorgefaßter Meinung sie sich anders vorgestellt hat, als sie nach Gottes Ratschluß kommen sollten. Aber „Gottes Wege sind höher als unsere Wege und Gottes Gedanken höher als unsere Gedanken." _(Fortsetzung folgt.) Aus dem 03. Jahresbericht der L.I.-M. Das Volk der Bibel lebt vielfach ohne die Bibel. In Paris bekannten die meisten Jüdinnen, mit denen die dortige Bibelfrau in Berührung kam, daß sie von den messianischen Weissagungen nie

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