Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 56 (1900)
- Issue
- 10 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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der ihn von der Schmach errette; preise ihn;" und schließen (Sure 3<*ff.): „Dasist JEsus, der Sohn der Maria, das Wort der Wahrheit, worüber sie im Zweifel sind; Gott ist nicht so beschaffen, daß er einen Sohn haben könnte, ferne sei es von ihm; wenn er eine Sache beschlossen hat, so sagt er nur: „Sei", so ist sie da; und Gott ist mein HErr und euer HErr; betet ihn also an, das ist der rechte Weg." Wo jetzt die Omarmoschee steht, wo der Islam gegen das Wort vom Sohne protestiert, stand einst der HErr vor den Obersten seines Volkes und antwortete' auf die Frage des Hohenpriesters: „Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seiest Christus, der Sohn Gottes," — „Du sagest es^ Doch sage ich euch: von nun an wird es geschehen, daß ihr sehen werdet des Menschen Sohn sitzen zur Rechten der Kraft?' Christus isst der HErr, der HErr des Gccidents und des Orients. Und weil er es ist, darum muß es dahin kommen, daß sich im Namen JLsu beugen alle Kniee und alle Zungen bekennen, daß JEsus Christusder HErr sei zur Ehre Gottes des Vaters. (Der Christliche Orient.) An ^cfdtd 53, 5* Kapitän Peter Jensen, der Führer eines von Bremen nach Valparaiso segelnden Schiffes, liegt in seiner Koje schwer krank danieder. „Mit mir geht's zu Ende", sagt er zu seinem ersten Steuermann. „Ich werde den Hafen nicht mehr erreichen. Aber wie komme ich wohl zu dem Hafen droben? Helfen Sie mir doch! Sagen Sie mir, wie ich es machen soll, daß ich nicht verloren gehe!" Der erste Steuermann weiß jedoch die Seelennot des Kapitäns nicht zu lindern. Auch der zweite, den dieser an sein Bett kommen läßt, ist hierzu nicht imstande. Ebensowenig können die Matrosen dem geängstigten Mann den weg zum Heil zeigen. Endlich erscheint" der Schiffsjunge Karl Müller auf des Kranken verlangen, nachdem alle andern, die er hatte rufen lassen, wieder abgezogen sind. Der Kapitän erfährt von dem Knaben, daß derselbe von seiner frommen Mutter für die Reise mit einer Bibel versehen worden ist, und befiehlt ihm, das heilige Buch zu holen und etwas vorzulesen, was beim Sterben hilft. Der Schiffsjunge schlägt Jes. 53 auf, das Kapitel, welches er beim Abschied mit seiner Mutter gelesen hat. Als er an Vers 5 kommt, sagt er: „Soll ich den Vers so lesen, wie meine Mutter ihn mich lesen lehrte?" Nach dem „Ja" des Kapitäns lieft er: „Aber er ist um Karl Müllers Missethal willen verwundet und um Karl Müllers Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß Karl Müller Frieden hätte, und durch seine Wunden ist Karl Müller geheilt." Da richtet sich der Kranke auf und ruft: „Halt! Das ist das, was ich brauche. Lies den Vers noch einmal, Junge, aber setze meinen Namen statt des Deinigen!" Als dies geschehen ist, atmet er tief auf und sagt leise vor sich hin: „Das giebt Ruhe und Trost". — Noch manchmal konnte der Kapitän sich aus der Bibel vorlesen lassen, ehe es mit ihm zu Ende ging. Am liebsten aber hörte er die frohe Botschaft: „Durch seine Wunden ist Peter Jensen geheilt". In diesem Glauben schied er von hinnen, um in den obern Friedenshafen einzugehen. Zu Matthäus 12, 36. In einer syrischen Übersetzung des N. T. lautet dieser Ausspruch JEsu so: „Ich sage euch, daß die Menschen müssen Rechenschaft geben am jüngsten Gericht von einem jeden guten wort, das sie nicht reden". Es wäre möglich, daß der HLiland beide Aussprüche gethan hätte. Auch der letztere wäre seiner ganz würdig, wie oft haben wir Gelegenheit, ein gutes wort zu sagen, aber es kommt keins über unsere Lippen! wer weiß, ob ein solches den Welt- und Lebensmüden mit seiner Lage und seinem Lose nicht zufriedener gemacht hätte? So kann es Vorkommen, daß wir in einer Gesellschaft weilen, wo Unpassendes gesprochen oder gar über religiöse Dinge gespottet wird. Schweigen wäre in dem Falle gerqdezu Sünde. Da gilt's, in ruhigem Ernst ein gutes Wort der Zurück- und Zurechtweisung anzubringen. Sagen wir es nicht, so wird Rechenschaft von uns darüber gefordert werden. Und was wird sich als Grund unseres Schweigens Herausstellen?' Gleichgiltigkeit, Furcht, Lieblosigkeit. Damit wird sich aber niemand zu entschuldigenwagen. (Der Nachbar.)