Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 56 (1900)
- Issue
- 10 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2555115-2555125--10067-2566287- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
76 Gidneys zeugen von einem großen Sammelfleiß, aber auch von einer bedeutenden Darstellungsgabe. Ihre Verbreitung wird der Missionssache im allgemeinen und der Sache der Londoner Gesellschaft im besonderen sehr förderlich sein. VOit empfehlen sie den des Englischen Aundigen aufs wärmste. Namentlich verdient Beachtung der zuletzt erschienene, mit vielen Bildern versehene Schlußband des Geschichtswerkes, welcher die Missionsarbeit in Europa schildert. Möge Gottes Segen dem neuen Sekretär der Gesellschaft im reichsten Maße zu teil werden I Da er nicht nur Schriftführer, sonderndem englischen Brauch gemäß zugleich Leiter des ganzen Merkes ist, so bekleidet er ein höchst einflußreiches und verantwortungsvolles Amt. Mordechai Markus Wolkenberg wurde \834; in Russisch-Polen geboren und von seinen jüdischen Eltern schon als kleines Aind Verwandten in Brody zur Erziehung übergeben. Als Schüler von Rabbi Salomo Aluger erwarb er sich hier gute hebräische und talmudische Aenntnisse. Noch sehr jung, i. I. \854, fand er eine Stellung als Hauslehrer bei einem reichen Bankier in Jassy. In dieser Stadt lernte er den von der L. I.-M. dorthin gesandten Missionar XD. Mayer und durch ihn das biblische Ehristentum kennen. ^856 ließ er sich taufen. Von dem Vater seiner Schüler heftig verfolgt, wandte er sich nach Aonstantinopel. Später bot sich ihm Gelegenheit, die englische höhere Schule auf der Insel Malta zu besuchen. Nachdem er dann in England durch Vermittlung der L. I.-M. eine weitere, theologische Ausbildung erhalten hatte, wurde er \862 als Missionar dieser Gesellschaft angestellt und \865 in dieselbe Stadt gesandt, in welcher er zum Ehristentum übergetreten war. Gottes Segen folgte seinem Wirken in Jassy. Er fehlte ihm auch in Bakau nicht, wohin er nach einigen Jahren versetzt wurde. Ende \870 kehrte er nach London zurück. Im Lauf der 6 Jahre, die er hier im Missionsdienst verlebte, wurde er ordiniert. J876 kam er nach Manchester, H885 nach Birmingham, \8ty3 nach Liverpool. In der erst- und in der letztgenannten Stadt begründete er eine ärztliche Mission. Wie in Rumänien, so suchte er in England eifrig nach Wegen, um den Sauerteig des Evangeliums in die Herzen der Israeliten hineinzubringen. Wie dort, so wurden auch hier seine Bemühungen vielfach von Erfolg gekrönt, wenigstens sofern der jüdische Widerspruch gegen das Ehristentum schwächer wurde und die frohe Botschaft eine immer freundlichere Aufnahme fand. Als er in Liverpool am {7. April d. I., einen Tag nach dem hinscheiden des jugendlichen Missionars Biddulph in Aonstantinopel, zur ewigen Ruhe eingegangen war, schrieb sein Gehilfe: „Wolkenbergs Tod wird von den Juden sehr tief bedauert. Alle reden in den höchsten Ausdrücken von seiner Güte, Frömmigkeit und Gelehrsamkeit. Vielen that es leid, daß sie nicht imstande waren, seiner Beerdigung beizuwohnen." Zu den geistlichen Söhnen des Missionars kann der J896 zu Jassy entschlafene vortreffliche Aolporteur Goldmann gezählt werden. Die von W. verfaßten Schriften beziehen