Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 56 (1900)
- Issue
- 9 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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70 auf Golgatha nicht thatsächlich gegen uns: So fyat Gott euch geliebt, und so habt ihr ihm gelohnt? Allerdings ist das Areuz das Denkmal der Menschenschuld, aber diese kann vergeben werden. Gott liebt uns doch, auch wenn wir ihn verwerfen. Gott war in Lhristo die Welt mit sich versöhnend. In ihm hat er uns für sein ewiges Reich gerettet, indem er uns durch seine Liebe überwunden hat. (Aus einem Vortrag von j)rof. Mezger-Basel.) Zu Ezechiel 18, 4 a. Noch kannst Du nicht den tiefen Gram verhehlen Um den Geliebten, den der Tod ereilt. vernimm ein wort, das solche Schmerzen heilt, wie sie Dein armes Herz noch immer quälen! So spricht der höchste: „Siehe, alle Seelen Sind mein." Des Abgeschied'nen Seele weilt Bei ihrem HLrrn. Ihr wurden zugeteilt. Die Himmelsgüter, die nicht sind zu zählen Die Seele war dem Leibe nur geliehen'' Der bei dem Tod zerbrach, geliehen allen, Die ihre Abberufung hat betrübt. LR wollte sie nun wieder an Sich ziehen. Der uns regiert nach Seinem Wohlgefallen, Doch, wenn Er nimmt, wie wenn Cr giebt, uns liebt. Zu Lukas 11, 13. Cine Pfarrfrau besuchte einen schwerkranken Mann. Derselbe, ein Ungläubiger, lehnte zunächst die Darbietung jedes geistlichen Trostes ab, wurde dann aber durch ihre große Freundlichkeit doch veranlaßt, sich mit religiösen Gedanken zu beschäftigen. Nachdem sie mehrurals bei ihm gewesen war, sagte er: „Ich wurde meine rechte Hand hingeben, wenn ich von der M"al des Zweifels befreit werden könnte." Sie erwiderte ihm: „Der heilige Geist Gottes ist der Einzige, welcher die Schuppen von Ihren Augen zu entfernen vermag", hierauf händigte sie ihm eine Karte ein, auf welcher das kurze Gebet zu lesen war: „CD Gott, gieb mir den heiligen Geist um ICsu Christi willen!" Dies Gebet machte sich der Kranke zu eigen, und es fand- Crhörung. Der heilige Geist wirkte mächtig in seinem Innern. Der frühere Gottesleugner wurde gelehrig wie ein Kind. Cr erlangte endlich Vergebung und Frieden von dem gekreuzigten Erlöser. Gott legte noch ein Jahr zu seinem Leben hinzu, und diese Gnadenfrist wurde sorgfältig ausgenutzt. Der, welcher einst darauf ausgewesen war, atldern den Glauben zu nehmen, bezeugte jetzt den Sündern in seiner Umgebung, welch einen lieben Heiland er gefunden habe. So suchte er auch sie vom Tode zum Leben, von der Gewalt des Satans zu Gott zurückzubringen. Zu Johannes 10, 9. Einer Namenschristin, Frau L., träumte, daß sie bei schönem Mondschein lustwandelte und durch die Klänge einer herrlichen Musik zu einem Schloß geführt wurde, welches inmitten eines Parkes stand. Durch die erleuchteten Fenster sah sie ins Innere des Gebäudes hinein, wo sich viele fröhliche Menschen bewegtet!. Nun wünschte die Träumerin ebenfalls hineinzugelangen, aber sie fand auf keiner Seitedes Dauses eine Thür. Geängstigt von dem vergeblichen Suchen nach dem Eingang, wachte sie auf. Als die Frau ihrem Seelsorger diesen Traum erzählte, deutete er ihr denselben folgenderinaßen: „Sie laufen mit all Ihrem christlichen Wesen nur außen um das Reich Gottes heruin, aber feine Thüre haben Sie noch nicht gefunden". Frau L. war anfangs über dies Urteil sehr entrüstet, aber bald erkannte sie die Gerechtigkeit desselben, und die bittere Pille, die sie verschluckt hatte, übte eine heil-- same Wirkung aus. — Mancher Christ dringt mit all seinem Kirchengehon und seiner Vereinsgeschäftigkeit ins Reich Gottes nicht ein. Dies ist für ihn ein Haus ohne Thüre. Erft der lebendige Glaube an den Fürsten des Lebens, IEsum Christum, oder richtiger der Christus, den wir in solchem Glauben erfassen, öffnet den Zugang. „Ich bin die Thür", sagt der Heiland.