Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 56 (1900)
- Issue
- 9 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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67 Israels hielt Vorträge über seine Gedanken betreffs der Herstellung des allgemeinen Weltfriedens. Aber der letztere kann durch Menschen nicht herbeigeführt werden: er wird erst bei der Wiederkunft des gottmenschlichen Messias erscheinen. Iwei Judenchrrstinnen. Im Jahre W5 wurde in Wien eine Israelitin getauft, welche Miss. Rameras auf den Übertritt vorbereitet hatte. Die neue Ehristin übte auf ihre Umgebung einen heilsamen Einfluß aus. Ihr offenes Bekenntnis und ihr frommer Wandel brachten ihren verheirateten Bruder und dessen Sohn zu dem Entschluß, ebenfalls der evangelischen Rirche beizutreten. Aber die Gattin des Bruders suchte beide hiervon zurückzuhalten. Erst nach langen, heißen Rümpfen gab sie ihnen chre Einwilligung zum Religionswechsel, jedoch mit der Erklärung, daß sie selbst dem jüdischen Glauben treu bleiben werde. Vater und Lohn meldeten sich nun, von der Schwester des ersteren empfohlen, bei R. zum Taufunterricht. Während sie denselben empfingen und die Seligkeit des Ehristenglaubens immer mehr genossen, gedachten sie derjenigen mit Wehmut, die ihren Kerzen so nahe stand. Eines Tages sagte der Vater zu dem Missionar: „Ich werde noch einen Versuch machen, die Augen meiner Frau zu öffnen, damit sie an unserer Freude teilnehmen kann. Ich werde sie einladen, mit mir den Sommer in Rarlsbad zuzubringen. Bitte, schreiben Sie mir dann Briefe religiösen Inhalts I Ich würde ihr dieselben vorlesen und hoffe, daß sie ihr von Nutzen sein können." Durch Gottes Gnade ging diese Hoffnung in Erfüllung. R., der dem ihm geäußerten Wunsch entsprochen hatte, erhielt schließlich aus Rarlsbad die Nachricht, daß die Frau bereit sei, den Religionsunterricht mitzunehmen. Es dauerte jetzt nicht mehr lange, bis die ganze Familie nach Wien zurückkehrte. Als alle drei im Hause des Missionars erschienen, sagte der Sohn, der sich der Freudenthränen kaum erwehren konnte: „hier ist meine Mutter. Sie ist mitgekommen." Nicht minder glücklich war der Mann, daß ec sein Weib zu Ehristo gebracht hatte.,, Als echte Ehristen erwiesen sich die drei bei ihrem öffentlichen Übertritt. Die Hilfe des HEilands, dessen Siegesbeute sie wurden, hat ihnen seither nicht gefehlt. Wie diese \899 stattgehabte dreifache Taufe, so wurde auch der im gleichen Jahre und am gleichen Ort vollzogene Übertritt eines jungen Mannes durch eine fromme Iudenchristin, feine eigene Mutter, vermittelt. Als der Jüngling noch im Rindesalter stand, schloffen sich seine Eltern der evangelischen Rirche an. Die Großmutter des Rnaben, die ihn innig liebte und die Taufe seiner Eltern aufs schärfste verurteilte, nötigte die letzteren, das Rind ungetauft zu lassen und ihm zu erlauben, daß es sich später seine Religion frei wählen dürfe. Nach mehreren Jahren lernte die Familie den oben genannten Missionar kennen. Dieser besuchte sie manchmal auf den Wunsch der Frau, mußte aber dann den Verkehr abbrechen, da die Mutter der Frau, welche bei ihr wohnte, sich seinen Besuchen widersetzte. Wieder