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Dibre Emeth · 1900-01-01 · 9 (1900) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
56 (1900)
Issue
9 (1900)
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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66 Gesicht des Sterbenden, der in einer Bodenkammer lag, zeigte stillen Frieden, wie er sich nur bei Himmelserben findet. Der Kranke, dessen Frau in ihrer Angst den Arzt geholt hatte, wußte, daß ihn: kein irdisches Heilmittel mehr nützen konnte. Aber er wußte und bekannte zugleick): „Ich steh', will's Gott, bald an des Himmels Stufen." Mit heißen Thränen empfahl er sich zuletzt in Jesu Hände. Das Bild des Gekreuzigten unverwandt anschauend, stehle er inbrünstig: „Erlöse mich durch einen sanften Tod und lasse gnädig mich den Himmel erben! Dein Friede war mein Trost in aller Not. Gieb Deinen Frieden mir auch noch im Sterben!" Als er geschwiegen hatte, kam bald der letzte Atemzug. Fast gleichzeitig mit der Lampe, die am Bett stand, erlosch das Lebenslicht des Mannes. Auch den jungen Arzt, der nun das stille Kämmerlein verliest, hatte hier ein Hauch des ewigen Friedens umweht. Er sah zurück auf „eine sel'ge Nacht. Das Licht der Ewigkeit war eingedrungen ins dunkle Herz, batte mit aller Macht das trotzige, verzagte Ding bezwungen." Draußen leuchtete schon das Morgenrot. Erfüllt von himmlischem Verlangen, rief der von seinein Unglauben Geheilte: „Laß mich, inein Gott, mein Heiland, nur Dir leben! Ick) will Dein treuer Anecht sein allezeit, daß Du auch mir kannst Deinen Frieden geben." Die Pariser Ausstellung führte in diesem Jahre eine große Anzahl Israeliten in die Hauptstadt Frankreichs. Miss. Sternberg (Br. G.) und seine Gattin suchten denselben das Evangelium nahezubringen. Das Ehepaar fand bei manchen jüdischen Ausstellern freundliche Aufnahme. Unter den Nordafrikanern war einer, der nach seiner Behauptung fast die ganze Bibel (A. u. N. T.) auswendig kannte. Ein anderer gab dem Missionar Gelegenheit, nachzuweisen, daß man ein Ehrist und doch zugleich ein Glied des Volkes Israel sein könne, wie ja auch Paulus noch nach seiner Bekehrung sich einen Juden nannte (Apg. 2\, 30; 22, 3). Türkischen Juden, welche ein Panorama von Jerusalem erklärten und hierbei auch die der Ehristenheit heiligen Stätten berücksichtigten, wurde die durch Ehristum vollbrachte Erlösung gepredigt und der Hebräerbrief als ein Zeugnis der letzteren eingehändigt. Mit einem gebildeten europäischen Israeliten redete St. über die Großartigkeit der pariser Ausstellung, um ihn auf das in dem HEiland erschienene Heil hinzuleiten. „Ich weiß," sagte er, „von einer andern großen Vorführung, die noch größer war als diese." Der Jude fragte: „Denken Sie an Ehicago?" Aber der Ehrist antwortete: „O nein. Ich meine die Darstellung der göttlichen Liebe, die vor $00 Jahren stallfand, als der Messias gesandt wurde, um durch seinen Kreuzestod die N)elt zu erlösen." Seither besuchte St. diesen Aussteller zweimal. Der Mann, welcher auch einen Teil des N. T. erhielt, gelangte allmählich zu einem Einblick in die Herrlichkeit des Evangeliums. Eine der merkwürdigsten Persönlichkeiten, die unser Missionar in Paris kennen lernte, war der um das Zustandekommen der vorjährigen Friedenskonferenz im Haag hochverdiente Di'. Bloch. Dieser Sohn

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