Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 56 (1900)
- Issue
- 7 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2554541-2555115-2555122--10043-2566260- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
55 Die Abendsonne ruht in mildem Schimmer Auf Judas Felsen, eh' sie sinkt ins Meer. Sie färbt mit wunderlieblichem Geflimmer Die wüste, die so öde liegt und leer. Sie übergoldet prächtig all die Trümmer Der altersgrauen Steine rings umher. In ihren Strahlen steigt auf steilem Pfade Emxor der Bote heißersehnter Gnade. Der L)Liland ist's, der nach des Tages Hitze, Da jetzt vom Meer ein lindes Säuseln weht, Dom liefen Thal zur hohen Felsenspitze lhier einsam immer weiter aufwärts geht. Cr ist's, der endlich von dem harten Sitze Hoch oben sinnend in die Ferne späht. Die Palme ihm zur Seite rauscht im winde. Der Vater ist allein mit Seinem Rinde. Doch nein, nicht ganz allein. Denn Tiere nahen von rechts und links des Heilands hohem Thron. Sie suchen Jesum. Seinesgleichen sahen Sie nie bisher. Sie suchen Gottes Sohn, Der ja auch sie gewürdigt, zu empfahen Befreiung von der Sünde Schreckenslohn. Es schlägt erbarmungsvoll Sein L^erz auch ihnen, Und darum wollen sie mit Lust ihm dienen. Zu Markus 1, 13. Sie zieh'n herbei: der Bär und die Hyäne, Der Wolf, der Fuchs, der Panther, der Schakal. Und auch der Leu im stolzem Schmuck der Mähne, Er klimmt empor aus seinein Böhlenthal. Doch keins der wilden Tiere fletscht die Zähne Und lechzt nach einem blutig-grausen Mahl. Sie alle lagern sich zu JEsu Füßen, Um ihren Retter fröhlich zu begrüßen. Zugleich der Vögel bunte Scharen eilen Zu Jesu in die wüsteneinsamkeit. Unwiderstehlich treibt's auch sie, zu weilen Bei Ihm, der diese ganze Welt erneut, Der jede Wundenqual vermag zu heilen, Der darum alle Kreatur erfreut, von allen Seiten tönt das süße Singen, Mit dem die Vögel Ihm ihrGpfer bringen. Lin Friedensbild: Der HEiland bei den Tieren! Nein, Er verschmäht der Tiere Nähe nicht. Laß dich,o Christ, von dem Gefühle rühren, Das machtvoll spricht aus Christi Angesicht! Laß auch die Tiere dein Erbarmen.spüren! Erbarmen rühmt sich wider das Gericht. Doch wird erbarmunglos der Richter handeln Mit allen, welche ohn' Erbarmen wandeln. Zu Matm 2, 6. Wer ist der König von Jerusalem? vor vier Jahrtausenden regierte dort als König Melchisedek, ein Priester Gottes des höchsten. Dieser König der Gerechtigkeit und des Friedens erquickte den siegreichen Abraham mit Brot und wein, segnete ihn dem höchsten Gott, der Bimmel und Erde gemacht hat, opferte Lob für den Sieg, welchen Abraham davongetragen hatte, und empfing von Abraham den Zebnten. Dieser König von Salem war ein Vorbild des großen Königs und Priesters, der 2000 Jahre später geheimnisvoll aus den Schleiern der Ewigkeit hervortrat und wieder hinter diese Schleier zurückwich, als sein Werk vollendet war. von Ihm redet das Wort Psalm 2, 6, welches Gott allem Toben der Beiden und der uralten Empörung wider Ihn und Seinen Gesalbten wie einen granitenen Felsen entgegenwirft, welches als ein gewaltiges B^renwort das wüste Geschrei der Lrdrebellen übertönt. Der von Gott eingesetzte König JEsus Christus ist der König von Jerusalem. Das Kreuz war fein Thron, Dornen seine Krone, Pilatus sein Berold durch die Inschrift: „Dies ist der König der Juden". Der Jerusalems« verein sieht ihn, den von den Toten Auferweckten, auf unsichtbarem Throne auch jetzt noch thronen mitten in der heiligen Stadt und bemüht sich, zwischen dem Unglauben zur Linken und dem Aberglauben zur Rechten diesem rechtmäßigen König und ewigen Hohenpriester schon jetzt Erstlinge treuen Dienstes darzubringen in der Erwartung und Hoffnung seiner baldigen sichtbaren Zukunft und Herrschaft an der uralten heiligen Stätte, von diesem König der Gerechtigkeit hat er das Siegel seiner gerechten Sache, wie auch seine einzelnen Mitglieder in JEsu Blut« gerechtigkeit allein ihre Gerechtigkeit suchen. Dieser König des Friedens giebt ihm Mut und Freudigkeit zu friedlicher Missionsarbeit, wie jedes seiner Mitglieder durch ihn Frieden mit Gott hat. Er stärkt uns priesterlich mit der geistlichen Speise seines Leibes und Blutes auf der Kampfesreise des Lebens und der vereinsarbeit. Er