Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 56 (1900)
- Issue
- 7 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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55 Prediger in Brighton angestellt. J858 übernahm er hier eine Aaplansstelle an einer Erziehungsanstalt. \862 kam er als Pfarrer an die Ehristuskirche in ^ornfey, \872 an die gleichnamige Airche in Lhislehurst. An dem letzgenannten Ort blieb er bis zu seinem Ende. Er erlebte hier J875 den Tod Napoleons III., mit dessen Gemahlin er verwandt war. J88^ wurde ihm das Amt eines Sekretärs der £. I.-M. angeboten. Die Nähe Londons und die viele freie Zeit, die ihm seine Pfarrstelle in Ehislehurst gewährte, ermöglichten ihm die Annahme dieses Postens. So beteiligte er sich fortan an der Arbeit unter Israel mit der pflichttreue, die ihn in allen feinen Berufsstellungen auszeichnete. Die Grundlage seiner gesamten geistlichen Wirksamkeit bildete das echte, alte Evangelium. Ihm war er mit ganzer Seele ergeben: niemand vermochte seinen biblischen Standpunkt zu erschüttern. Ein den Ritualismus bekämpfendes Organ der evangelischen Partei innerhalb der bischöflichen Airche von England widmete daher dem Entschlafenen einen sehr herzlichen Nachruf, ^ier wird hervorgehoben, daß er das Evangelium nicht nur gepredigt, sondern auch gelebt habe. Einen seiner Freunde hörten wir rühmen, daß Selbstlosigkeit ein hervorstechendes Merkmal seines christlichen Lharakters gewesen sei. Bon Haus aus,. so sagte man uns, besaß er diese Eigenschaft keineswegs: sie war ihm als göttliche Gnadengabe zu teil geworden Seine Gattin, die Tochter eines Admirals, mit welcher er in kinderloser Ehe lebte, ging ihm im Tode voran. Er selbst verschied, 7{ Jahre alt, durch eine wunderbare Fügung an demselben Sonntagabend, an welchem der 99jährige erste Patron seiner Pfarrstelle von hinnen gerufen wurde. Gott erfülle an dem Verewigten den Segenswunsch ps. \22t 6! Der 200. Geburtstag des Grafen von Ittendorf hat die Blicke vieler auf den Wiederhersteller der alten böhmischmährischen Brüderkirche gelenkt. Bor, an und nach dem 26. Mai d. Is. war in Versammlungen aller Art, sowie in öffentlichen Blättern von ihm die Rede. Die Berliner Brüdergemeine feierte das Gedächtnis des großen Mannes, welcher Augustin und Luther an die Seite gestellt werden kann, am 27. Mai, dem Sonntage vor Pfingsten. Am Vormittag fand der öffentliche Festgottesdienst statt. Prediger Schneider, der in den vorangegangenen Wochen eine Reihe von Vorträgen über des Grafen Leben gehalten hatte, stellte das letztere ins Licht der Gebetsworte IEsu Ioh. \7f 20—23. Er zeigte an Zinzendorfs Beispiel, wie die Einheit in der Liebe sich als ein Einssein in dem HErrn, für den HErrn und mit dem HErrn kundgiebt. Gemeinde- und Ehorgesänge umrahmten die reichhaltige predigt. In den Gebeten wurde betont, daß die Feier nicht zur Ehre eines Menschen, sondern zum Preise des GOttes dienen solle, der Menschen zu seinen Rüstzeugen macht. In diesem Sinne wurde auch der zweite Festgottesdienst am Nachmittag abgehalten: eine geschlossene Versammlung für