Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 56 (1900)
- Issue
- 6 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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46 hingegen besteht aus lauter Priestern. Jedes Glied verkehrt selbständig mit Gott durch den einigen Mittler, IEsum Christum. Israel feierte den 7. Wochentag, das Fest der Weltvollendung. Die Christen feiern den Wochentag, an welchem die Welterlösung durch die Auferstehung IEsu Christi vollendet wurde. Aein Gesetz band sie an diesen Tag, aber Liebe zu ihrem HErrn. „Die Zeit Christi und der Apostel war in gewissem Sinne eine Übergangsperiode. Später blieb den Gemeinden die Leitung des n. t. Wortes Gottes und die des heil. Geistes. Jetzt soll das Gerichtswesen mit allen Anklängen an das Judentum völlig ausgestorben sein, denn Gnade führt das Regiment, und unter der souveränen Gewalt des Blutes auf Golgatha stehen die Christen. Daß der HErr keine gemeinschaftliche Behörde über die Gemeinden angeordnet hat, ist die Thatsache, welche uns seinen Willen, die Liebe auf den Thron zu setzen, klar vor Augen hält. Jetzt schon giebt es Eine Gemeine des HErrn, bestehend aus den Wiedergeborenen in allen christlichen Denominationen. Sie war immer da. Jetzt fängt sie an, sichtbar zu werden. Ihr Morgenrot schimmert schon hervor. Eine Ahnung der Seligkeit ihres Tages geht durch die Kerzen. Und die Bürgschaft für das wirkliche Erscheinen dieses Tages liegt in Gottes Verherrlichung. Möge es dahin kommen, daß überall, wo es wahre Christen giebt, diese an jedem Sonntage nicht nur zu besondern konfessionellen Gottesdiensten, zusammentreten, sondern daneben zu einem Allianzgottesdienst, bei welchem Prediger aller Farben dasselbe wie aus einem Kerzen reden! „Sie würden aus mir bald eine Christin machen!" sagte eine alte, kranke Jüdin zu einer christlichen Lehrerin, mit der sie im Eisenbahnwagen zusammengetroffen war, als diese beim Ausbruch eines Gewitters sie mit ps. % \ f. beruhigt und dann auch von IEsu, dem himmlischen Arzt, mit ihr geredet hatte. Die Aranke kannte bis dahin die h. Schrift nicht, hörte aber mit Verlangen zu, als ihr jetzt das Verständnis derselben geöffnet wurde. Es fiel ihr schwer, von der Christin, die bald am Ziel ihrer Reise war, zu scheiden. Sie empfing einige Drucksachen zur Erinnerung an die gemeinsame Fahrt und versprach, dieselben lesen zu wollen. — Wie oft könnten wir Christen in dunkle Kerzen erquickende Lichtstrahlen hineinsenden, wenn wir mehr Glaubenseifer und mehr Menschenliebe besäßen! HErr, stärke uns den Glauben und die Liebe und hilf uns so Dein Reich ausbreiten I Zu Kofea 3- 4 f. Mit der Zerstörung Jerusalems im Jahre?o nach des Herrn Geburt ist zum zweitenmale eine solche Zeit, wie sie der Prophet Hosea schildert, für Israel angebrochen. Nach der ersten Zerstörung Jerusalems und des Tempels durch Nebukadnezar, den König von Babel, währte es 70 Jahre, bis Israel wieder in die Heimat zurückkehren durfte, gewiß schon eine lange Zeit für die, welche die Gefangenschaft in Babel erlebten. Aber dies war doch nur eine kurze Zeit im Vergleich mit den J830 Jahren, die jetzt vergangen sind, seitdem Israel in die Welt zerstreut ist. Das Volk hat seine nationale Selbständigkeit verloren und. ist seines religiösen