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Dibre Emeth · 1900-01-01 · 6 (1900) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
56 (1900)
Issue
6 (1900)
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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H5 Schläuchen aufbewahrt werden kann, ohne daß sie zerreißen. Das Christentum aber ist, wie er behauptet, ein gärender Most, der alte Schläuche zersprengen würde und daher nur in neuen, elastischen Schläuchen sich aufbewahren läßt. Tötendes Chlor und Natron bilden, mit einander verbunden, einen neuen Körper, das Salz. In dem neuen, aus Gott geborenen Herzen sind Gesetz und Evangelium zu einem Neuen, dem lebendigen Christentum, verbunden, so daß Glaube ohne Gehorsam, Sündenvergebung und Gerechtigkeit in Christo ohne gottseligen Wandel nicht gedacht werden können. Das Christentum in seiner Heilandsherrlichkeit darf nimmermehr in irgendwelcher Beziehung der neue Lappen auf dem alten Kleide des Judentums werden. Der Bund Gottes mit Israel war und ist sin Volksbund. Cr besteht fort, so daß dies Volk eine wundervoll herrlicke Zukunft hat. Jetzt versinkt es immer tiefer in den Sumpf des Unglaubens und Trachtens nach dem Irdischen, aber wenn auch nur 2 Israeliten Äbrig blieben, bestände der Bund Gottes fort, und der Same der 2 ererbte die Verheißung und ihre Erfüllung. Der neutestamentliche Bund Gottes ist ein Bund mit einzelnen Menschen, die Gott ohne Rücksicht auf Herkunft und Nachkommenschaft erwählt hat. Die Christen sind nur ein Volk durch Geistesverwandtschaft, nicht durch leibliche Beziehung zu einander. Wie die Engel sind sie jeder für sich geschaffen. Für die a. t. Gemeine war die Geburt entscheidend. Für die n. t. ist es die Wiedergeburt. Der Selbstbestimmung war im Judentum nichts überlassen. Der Christ aber hat ein neues, wunderbares Geistesleben, und nun geht alles völlig freiwillig von statten. Ein Christentum, welches jemand unfreiwillig durch seine Eltern empfängt, ist nur eine Nachahmung des Judentums. Wie das Israelitentum inbetreff seiner Angehörigen eine Zwangsreligion war, so behauptet es gegen Nichtangehörige denselben Charakter, denn im israelitischen Lande durfte sich keine Spur von Religionsfreiheit sinden. Andererseits weiß wahres Christentum nichts von Religionsbeschränkung. Das Christentum ist die Offenbarung der vollkommensten Liebe, und dieser kann ja nichts als Liebe genügen. Liebe aber läßt sich nicht erzwingen; sie ist ihrer Natur nach frei. In der a. t. Gemeine waltet die Gerechtigkeit des Gesetzes. Der Brennpunkt, in welchem die Strahlen der Wahrheit sich in der n. t. Gemeine sammeln, ist Golgatha mit seinem Kreuz, an welchem die Liebe Gottes ihr Höchstes leistete, und von welchem die reiche, gerecht und selig machende Gnade als freie Gabe ausströmt. Alles ist hier umsonst zu haben, liegt zum Nehmen bereit, ist bezahlt mit dem Blut des HEilandes. Israel wurde nur Irdisches als Lohn für die Werke des Gehorsams verheißen. Das A. T. berührt fast nicht das Jenseits. Dem Christen aber eröffnet der HErr die Aussicht auf ein ewiges Erbe in der himmlischen Stadt. Israel hatte keine Mission an die Menschheit. Die n. t. Gemeine hingegen ist wesentlich Missionsgemeine. Nicht Denominations-Statistiken zu bereichern, ist der Christen höchste und seligste Pflicht, sondern den Himmel zu bevölkern. Die Gemeine des A. T. hatte ein von Gott erwähltes Priestergeschlecht. Die des N. T.

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