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Dibre Emeth · 1900-01-01 · 5 (1900) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
56 (1900)
Issue
5 (1900)
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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38 Apostel und ihre Schüler haben ihr Leben beständig nach Gottes Geboten eingerichtet. (Wie lehrreich sind auch in dieser Beziehung die Briefe Pauli I) Nie darf das Gegenteil geschehen. Gesetzlosigkeit ist Heillosigkeit. Nur wer sich ganz und gar dem Willen Gottes unterwirft, der ja im neuen Bunde nicht mehr ein äußerer Zwang, sondern ein innerer Drang ist, kann das himmlische Aleinod erreichen. Nur wer in heiliger Ehrfurcht vor Gott wandelt, wird vom Vater immer mehr zum Sohne hingezogen, wie der Sohn seinerseits ihn immer tiefer in das Verständnis des Vaters einweiht. Er kann bei jedem Sonnenuntergang, auch bei dem letzten, den er auf Erden erlebt, jauchzen: „Eine andere Sonne, mein ZEsus, meine Wonne, gar hell in meinem Kerzen scheint." So sei es denn immer unser Gebet: „Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit Dein Sohn mich wieder zieh' zu dir! Dein Geist in meinem Kerzen wohne und meine Sinne und Verstand regier', daß ich den Frieden Gottes schmeck' und fühl' und Dir darob im Herzen sing' und spiel'!" Die Frühlingstage -er evangelischen Kirche. ,,Zost alle öerzen glühen, und tägllch wächst die Zahl/'' [2t- Fast alle Herzen glühen, Und täglich wächst die Zahl. Des Geistes Funken sprühen weithin ob Berg und Thal. Es siegt die Lehre dessen, Der uns das Heil gebracht: Sie lag so lang' vergessen Im tiefen, dunkeln Schacht. Es sinkt zu Boden nieder Der Hölle Macht und List, Da Jesus Christus wieder Der Mittler worden ist. Die Kirche wird gereinigt von hundertjährigem Schmutz. Die Gläubigen vereinigt Des Heilands starker Schutz. Die Großen und die Kleinen, Sie jubeln dankerfüllt Dem König, der ihr Weinen Und der ihr Fleh'n gestillt: „Durch Deiner Wahrheit Predigt Sind von des Irrtums Last Nun endlich wir erledigt, Die Du berufen hast." Die Neichen können's wissen, Den Armen ist's bekannt, wie Gott sie nahen müssen, Der einst den Sohn gesandt, Damit er als der eine Erlöser vor uns steh' Und uns als Hort erscheine In allem Sündenweh'. Blaurer bei der Reformation von Lßlingen H5 5J. Auch kann nun jeder sagen, was er dem Nächsten zoll': Daß er mit frohem wagen Für ihn sich opfern soll. Daß Liebesdienst wir üben: Das ist des. HLrrn Gebot. Er kam ja, uns zu lieben Bis zu des Todes Not. — So klingt's wie schöne Sage Herein in uns're Zeit. wo bliebt ihr, Frühlingstage Der neuen Christenheit? Schon wieder Feinde hausen Mit wildem Unverstand. Ach, zög' ein neues Brausen Des Geistes durch das Land! HErr, der Du reiche Gaben vor Zeiten ausgestreut. Daran die Väter haben von Herzen sich erfreut: CD, siehe, wir. die Kinder, Der Sünde nicht entfloh'«, Bedürfen jetzt nicht minder Der Reformation! Dein Wort, das so verständlich In jener Zeit erschien: M, laß es, Höchster, endlich Auch uns're Zeit durchglüh'n! Entzünde Himmelskerzen Aufs neu' für jung und alt! Erfülle alle Herzen Mit himmlischer Gewalt!

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