Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 56 (1900)
- Issue
- 5 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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35 Tode Urias. Wie sehr wird diese Thatsache durch die seit der Selbstverwünschung Matth. 27, 25 über das unglückliche Volk ergangenen Strafgerichte bestätigt I Vgl. ps. 7, \2 ff. IEsus selbst bezeichnet Ioh. (9, \\ (vgl. (8, 35) die Schuld Israels als die größere gegenüber derjenigen des Pilatus. Die von Nordau angeführte Ungesetzlichkeit des Verfahrens mit dem gefangenen HEiland beweist nichts gegen ihre Geschichtlichkeit. 2. Thron. 2% 2( ff. zeigt, wie der Mordgeist das allgemeine göttliche Gebot der Nächstenliebe und die besondere Pflicht der Dankbarkeit aufheben und dem eigentlichen Mörder weitere Mordgesellen beigeben kann. Ebenso entfesseln Apg. 6, 9ff. einzelne die gewaltthätige, gesetzliche Ordnungen umstürzende Leidenschaft vieler. N)ir freuen uns, in Nordaus Schreiben den grauenhaften Haß gegen IEfum, den manche altgläubige Israeliten bekunden, nicht zu finden. Aber es schmerzt uns, daß der gefeierte Zionist für die von ihm und ganz Israel zu lösende Aufgabe, den Prozeß IEsu einer Revision zu unterziehen, kein Verständnis hat. Seine Versuche, den den Nachkommen Jakobs (sofern sie die Sünde der Väter erneuern) anhaftenden Makel abzuleugnen, die Beschuldigung, daß Israel der Urheber des Todes IEsu war, zu entkräften, sind vergeblich. Schuld und Makel sind trotzdem vorhanden. Sie können nur auf dem Wege beseitigt werden, der Sach. \2, (0 gezeigt wird. Im Gegensatz zu den Vätern, welche die Herrschaft des göttlichen Messias verwarfen (Luk. \% (H), müssen die Söhne in dem Rufe sich vereinigen: „Wir wollen, daß dieser über uns herrsche!" Die andere Sonne. Alljährlich muß der Winter mit seinem aus Schnee und Eis gebauten Thron dem Frühling weichen. Zuerst macht sich dieser während der langsamen Zunahme der Tageshelle mit einzelnen Vorboten bemerkbar, bis er endlich bei dem immer höhern Stand der Sonne in seiner ganzen Herrlichkeit erscheint. Aber in manchem Menschenherzen bleibt es leider immer düster und kalt, und manches Menschenleben ist eine endlose Winterszeit. Wohl giebt es eine Sonne auch für die Geister, ein Himmelslicht für den Erdenwandel, doch viele kennen und schätzen diese kostbare Gabe nicht. Die Sonne der Geister ist Thristus, der Meister. Des Meisters Jünger sollten, solange sie leben, mit frohem Munde das Lob dieser Sonne verkündigen, die wir die andere Sonne nennen, wie die h. Schrift von dem andern, d. h. zweiten Tode redet. Schon ein Prophet Israels, dem sie noch nicht aufgegangen war, Maleachi, preist sie. Hören wir, was er in seinem Weissagungsbuch (^, 2a, vgl. D. E. (898, Nr. von dem Sonnenkörper, den Sonnenstrahlen und dem Sonnenreich sagt! Der Sonnenkörper ist die Gerechtigkeit. Im gewöhnlichen Leben begegnet uns nur zu oft das Gegenteil der Gerechtigkeit. Man braucht nicht erst in eine Strafanstalt einzutreten, um die Ungerechtigkeit kennen zu lernen: wir bemerken.sie überall, im Hause und auf der Straße,