Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 56 (1900)
- Issue
- 5 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Bischof (etg. Aufseher) eurer Seelen." — Zur Bekehrung ist bei mit immer noch Zeit. — Wissen Sie ganz genau, wie lange Sie noch Zeit haben, dem göttlichen Rufe zu folgen? Der Lebensfaden kann plötzlich abgeschnitten werden. Sehen Sie sich vor, daß es Ihnen mit dem Himmelreich nicht so geht, wie es Hannibal mit Rom ging! Als dieser Rom einnehmen konnte, wollte er nicht; als er es später einnehmen wollte, konnte er nicht. — wenn ich mich taufen ließe, würde ich mit allen meinen Verwandten zerfallen. — Die Liebe zu den Menschen muß immer an der Wahrheit ihre Schranke haben. <£s giebt eine heilige Rücksichtslosigkeit. Mose rühmt eine solche in seinem Abschiedssegen dem Stamme Levi nach, und IEsus verlangt sie von seinen Jüngern. — Spaltungen in der Familie sind unbedingt zu vermeiden. — Sie sind sicherlich sehr zu beklagen, aber manchmal ebenso notwendig wie Spaltungen in einem Volk. Erkennt jemand etwas als Irrtum, was andere für Wahrheit halten, so darf er als ein gewissenhafter Mensch nicht länger dem Irrtum huldigen, sondern er muß ihn bekämpfen. Vielleicht gelingt es ihm dann, wenigstens einen Teil der im Irrturn Befangenen der Wahrheit, die er selbst vertritt, zuzuführen. — Ich glaube, Sie werden mit Ihrer Mission nicht viel Erfolg haben. — Den größten Erfolg hat jetzt noch die Mission des Teufels. Die Menschen lieben ja die Finsternis mehr als das Licht. Aber Gottes Wort bleibt dennoch die Wahrheit. Endlich wird es über alle seine Feinde siegen. Ich bitte Sie dringend: Sorgen Sie dafür, daß Sie auf der Seite des Siegers stehen! — Und das sollte nur dann möglich sein, wenn ich Thrist würde? — Das^ bezeugt die h. Schrift. Gott verlangt von Ihnen, daß Sie sich dem HEiland, den er auch Ihnen gesandt hat, unterwerfen. Man legt nicht ungestraft die Hand an den Gesalbten des HErrn. Das beweist im großen die Geschichte Israels. Aber auch das Leben des Einzelnen offenbart das walten der strafenden göttlichen Gerechtigkeit, wenn die göttliche Gnade verschmäht wird. Pater Hyacinthe Loyson und vr. Mar Nordau. Der pariser „Siede“ vom 2. Dezember $99 enthält einen Briefwechsel zwischen dem Gründer der Gallikanischen Kirche und dem Mitbegründer des Zionismus. Einen Abdruck der Briefe giebt ..Le Re veil d’Israel“ ($00, 5. {2 ff.), eine schlechte, zum Teil ganz sinnlose deutsche Übersetzung die „A. Z. d. J." ($00, 5. Zs). Loyson fragt Nordau, ob dieser nicht seine Ansicht teile, daß die Stunde gekommen sei, „die große Revision" vorzunehmen und „den großen Juden" JEsus seinem Volke wiederzugeben. Nordaus hochmütige, widerspruchsvolle, gedankenlose Antwort erklärt es für unnötig, den Prozeß von Jerusalem, dessen Opfer JEsus war, zu revidieren. Obwohl er angeblich die drei ersten Evangelien als jüdische Litteraturblüten für Israel in Anspruch nimmt, leugnet er Israels Beteiligung an der Verurteilung und Kreuzigung des Erlösers. Und doch giebt sogar der Talmud dieselbe zu. Israel war an dem Tode JEsu ebenso schuldig wie David am