Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1900-01-01 · 4 (1900) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
56 (1900)
Issue
4 (1900)
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2554541-2555115-2555119--10015-2566229
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

30 gehe ich mit Euch, und zeige Euch den Weg nach Debra Mawi". f}ier wohnen viele Falaschas. Wir blieben etliche Tage und verkündigten ihnen das Evangelium. Einigen that der HErr das Herz auf. Sie kamen zum Glauben, daß IEsus Gottes Lohn, Israels Messias und der HEiland der Sünder ist, und verlangten getauft zu werden. Wir gedachten der Worte Petri: „Mag auch jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden?" Von dort reisten wir nach Aadüt, da wir gehört hatten, daß Gläubige und Falaschas dort wohnen. Erstere freuten sich sehr über unfern Besuch. Wir freuten uns über ihren Glauben und fühlten uns für unsre Strapazen reichlich entschädigt. Es ist eine besondere Freude, mit Gläubigen aus Israel zusammen zu kommen. Die Kerzen fließen in der Liebe Lhristi zusammen. Ein HErr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater unser aller, der da ist über uns alle, durch uns alle und in uns allen. Sie gaben uns eine Frau, die uns den Weg nach Siet zeigte. Durch sie sandten sie die Botschaft an die dortigen Gläubigen: „Diese Männer sind unsere Brüder, Boten des Friedens. Nehmet sie in Liebe aufl Sie verkündigen Euch den Weg zum Himmel." Die Frau richtete ihren Auftrag pünktlich aus. Wir halten einen liebevollen Empfang und freuten uns unseres gemeinschaftlichen Glaubens. Abends versammelten sich alle Gläubigen um uns. Bis tief in die Nacht redeten und beteten wir mit ihnen. Da war es buchstäblich so, wie David sagt: „Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott." Am andern Tage suchten wir die Falaschas auf. Wir öffneten unsere Bibel und verkündigten ihnen aus dem A. und N. T., daß in keinem andern Namen Heil ist als allein im Namen IEsu. „Ja," sagte einer, ein Gelehrter, „überzeugt habt Ihr uns, aber wir werden uns nie für eine Religion entscheiden, deren Bekenner Menschenfleisch essen und Menschenblut trinken." Wir lasen ihnen nun aus dem Evangelium die Worte der Einsetzung des heiligen Abendmahls vor und zeigten ihnen, daß die Thristen im h. Abendmahl unter Brod und Wein den Leib und das Blut Thristi empfangen. Sie sagten: „Aommt nach der Regenzeit wieder zu uns und unterrichtet uns noch weiter I" Wir ließen ihnen einige Traktate zurück und schieden im Frieden und in der Hoffnung, daß diese Falaschas nicht ferne sind vom Reiche Gottes. Nachdem wir noch etliche Tage bei den Gläubigen geblieben waren, mußten wir an unsere Heimreise denken, um über den Nil zu kommen, ehe er durch die vielen Regengüsse zum Strome anschwoll. Männer und Frauen aus den Gläubigen begleiteten uns bis an den Nil, wo wir niederknieten und beteten. In Maqual herbergten wir bei den Gläubigen. Wir erzählten ihnen, wie der Herr zu unserer Reise Gnade gegeben, und priesen miteinander Gott für alles, was Er an uns gethan hatte. Hier kamen 2 Falaschas aus Debra Mawi zu uns. Sie reisten mit uns bis nach Abuna Harra und wurden dort am folgenden Sonntag in der Airche getauft. Nach der Taufe hatten wir bei den Gläubigen eine große Versammlung. Wir predigten und beteten. Die Getauften hatten einen Freudentag und waren innerlich gesegnet. Am folgenden Tag

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.