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Dibre Emeth · 1900-01-01 · 2 (1900) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
56 (1900)
Issue
2 (1900)
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Zu Zoy. 11, 25 f. Eine reiche, lebensfrohe Holländerin, welche sich in Baden-Baden zur Kur aufhiclt, unternahm von hier aus einen Ansflug, der für sie verhängnisvoll wurde. Die Pferde des Wagens, in dem sie faß, scheuten. Die Insassin fiel auf einen Felsen iui& trug eine lebensgefährliche Verletzung davon. Als der herbeigeholte Arzt auf ihr Verlangen sie über ihren Zustand aufgeklärt hatte, brach sie in ein Jammergeschrei aus. „Dann bin ich rettungslos verloren," rief die kaum 30 Jahre alte Frau in wilder Verzweiflung. Aber der Arzt, ein frommer Christ, antwortete: „Rettungslos verloren sind Sie nicht. Ls giebt ein Mittel gegen den Tod. Ich will es Ihnen gerne nennen, wenn Sie es wünschen." Erstaunt und fragend sah ihn die Kranke an. Bei ihrem hoffnungslosen Zustand sollte es doch noch eine Hilfe geben? „So sprechen Sie doch I" sagte sie. Da erinnerte er sie an die majestätischen Worte ILsu Christi: „Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe. Und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben." Die Kranke, die das Evangelium bis dahin verachtet hatte, wies anfänglich das einzige Mittel gegen den Tod ab. Doch gab sie endlich ihren thörichten widerstand auf. Sie schied im Glauben an den Sünderheiland aus diesem Leben, nachdem sie noch unmittelbar vor ihrem Tode für das ihr dargebotene Mittel gegen den Tod herzlich gedankt hatte. Zu Apg. 27, 22-25. Kapitän Nikolaus Garrison erzählt von einer Seereise, die er mit dein Grafen von Zinzendorf von Amerika nach Europa gemacht hatte, in einem Briefe an Spangenberg folgendes: „Als wir am \7. Februar ^5 an den Klippen von Seilly waren und einen Sturm aus Süden hatten, waren wir in großer Gefahr, an diesen Klippen zu scheitern. Dem Schiffsvolk war darüber angst, und mir war auch bange. Als der Herr Graf dieses vernahm, fragte er mich, ob denn die Gefahr^wirklich so groß wäre; er tröstete mich aber zugleich und sagte mir, wir würden alle glücklich und gesund zu Lande kommen. Er selbst war so vergnüg: und munter in dieser Gefahr, daß ich mich darüber wundern mußte. Als er aber sah, daß ich noch immer so ängstlich war, so sagte er mir, der Sturm würde in zwei Stunden vorbei sein. Ich aber konnte kaum darauf hören; denn ich setzte voraus, so etwas könnte kein Mensch vorher wissen; daher machte ich mich mit Bitten und Flehen fertig zum Sterben, wie ich sonst in dergleichen Umständen zu thui: gewohnt war. Als nun die zwei Stunden verflossen waren, von denen er geredet hatte, sagte er mir, ich möchte nun hinaufgchen nach dem Verdeck, und nach dem Wetter sehen. Kaum war ich ein paar Minuten auf dem Verdeck gewesen, so legte sich der Sturm, der wind wurde Südwest und brachte uns aus aller Gefahr. Da wurde mir erst klar, was er mir gesagt hatte, und es drang mir sehr zu Kerzen, hierauf ging ich hinunter in die Kabine und meldete ihm, daß sich der Sturm gelegt und wir nun außer Gefahr wären; er aber bat uns, wir sollten nun mit ihm dem HLrrn danken, welcher uns errettet hätte, und das thaten wir auch, weil ich nun gern gewußt hätte, wie es dem Herrn Grafen möglich gewesen, die Zeit so genau zu bestimmen, da sich der Sturm legen würde, so fragte ich ihn darum. Seine Antwort war, er wolle es mir ganz offen sagen, weil er hoffen könne, daß ich keinen üblen Gebrauch davon machen werde. „Ls ist schon über zwanzig Jahre," sagte er hierauf, „daß ich mit meinem lieben Heiland einen herzverlraulichen Umgang habe, wenn ich nun in gefährliche und seltsame Umstände komme, so ist mein erstes dabei, daß ich genau untersuche, ob ich daran schuld sei oder nicht, ^infte ich nun etwas, damit Er nicht zufrieden ist, so falle ich-ihm gleich zu Füßen und bitte um Vergebung. Da vergiebt mirs dann mein guter HEiland und läßt mich gemeiniglich zugleich wissen, wie es ablaufen werde, wenn es ihm aber nicht gefällt, mich den Erfolg vorher wissen zu lassen, so bin ich stille und denke, es sei das Beste für mich, daß es mir unbekannt bleibe. Diesesmal aber hat er mich es wissen lassen, daß der Sturm noch zwei Stunden dauern werde." Es war mir zwar was neues und noch itwas sonderbar, was ich von ihm hörte, daß nämlich Gott unser HEiland sich so hei unterließe und mit einen: armen Menschen so herzvertraulich würde; denn ich hatte in meinem Leben immer mehr gehört von dem großen, zornigen und eifrigen Gott, als von seiner so unbegreiflichen Menschenliebe und seiner Herablassung zu

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