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Dibre Emeth · 1900-01-01 · 2 (1900) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
56 (1900)
Issue
2 (1900)
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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sich zu Ehristo bekehrt. In eigener Araft kann es das freilich nimmer. Ls steht nicht in seiner Macht, über das Böse zu siegen, wie hr. £. 5. H meint. Denn „das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf." Aber wenn die Zeit gekommen ist, wird Gott sein Volk durch schwere Gerichte und neue Gnade also leiten, daß es aus seiner jetzigen Finsternis zum Licht und neuen Leben erwacht. Da wird es Ehristum erkennen und, wie Iefaia geweissagt, in tiefstem schmerz der Buße ausrufen: „Fürwahr, er trug unsere Arankheit und lud auf sich unsere Schmerzen" u. s. w. Da wird dann der ewige Bund Gottes mit Israel zu seiner Vollendung kommen. Aber von diesem seligen Ende scheint das heutige Judentum in allen seinen Schattierungen und Parteien noch weit entfernt zu sein. Die modernen Juden haben ihren alten Gott verlassen und laufen den Götzen eines neuen Heidentums nach, wenn sie nicht gar Atheisten geworden sind. Und die alten „orthodoxen" Juden haben in ihrem Talmudismus wahrlich kein neues Leben, sondern eine Versteinerung der Herzen, die kein Leben aufkommen läßt. Der Zionismus aber trachtet zuerst nach dem äußeren Reich Gottes, entgegen dem Worte Lhristi: „Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen", womit er doch ganz offenbar auf das Reich Gottes, das inwendig in uns regiert und nicht auf äußere Güter des Lebens hinweist, wie sie ein für die Juden erworbener Landbesitz in Palästina mit sich bringen würde. Und eins scheint leider allen Parteien des Judentums noch immer eigen zu sein, nämlich die Selbstgerechtigkeit und der Selbstruhm, so daß sie sich selbst der Gerichte Gottes rühmen, als wären dieselben ihre Thaten, womit sie sich ein Verdienst um das Iudentunr erworben und dasselbe zu einem Fortschritt gebracht hätten. (Schluß folgt.) Aufruf. Der anr 27. September \Sty2 gegründete „Brandenburgische Verein von Freunden Israels" bemüht sich, die Zahl seiner Mitglieder und hiermit den Betrag seiner Einnahmen zu vergrößern. Die Hauptaufgabe, die er verfolgt, ist die Verbreitung der heil. Schrift in Berlin und Umgebung. Wie notwendig diese Arbeit ist, lehrt immer aufs neue die Erfahrung unserer, seit dem \2. Mai ^899 thätigen, von Haus zu Haus, also zu Israeliten und Ehristen, wandernden Bibelfrau. Um Beitrittserklärungen und Jahresbeiträge bittet namens des Vereins herzlich der Herausgeber der „Dibre Emeth." Zur Verstärkung dieser Bitte diene ein Vers von Dr. E. G. Barth: ,.It?r sel'gen Areuzgenosseu, Gedenkt doch enrer Schuld! was uns schon zugeflossen, Ist des Messias lould. Lr hat die Anverwandten Uns auf das Kerz gelegt. Der hat ihn nicht verstanden, Der nicht die Seinen pflegt.^

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