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Dibre Emeth · 1900-01-01 · 2 (1900) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
56 (1900)
Issue
2 (1900)
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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12 Die Wunder, die Jesus gethan,kann jedoch %.£. mit seiner Vernunft nicht vereinbaren, und sie verletzen seine Empfindungen. Aber ist unsere Vernunft klüger als die Weisheit des Gottes Israels, der von jeher Wunder über Wunder gethan hat? Und wenn wir in einer so ernsten Sache daran Anstoß nehmen, daß unsere Empfindungen hie und da verletzt werden, so fehlt es eben an dem rechten Ernst, ohne welchen diese fragen, in denen es sich um Leben und Seligkeit handelt, garnicht behandelt werden können. Verletzt doch jedes der heiligen JO Gebote jedes Menschenherz, das nicht in pharisäischer Selbstgerechtigkeit sich betrügt. Und nur wenn es solche Verletzung in herzlicher Reue und Buße der Selbsterkenntnis sich gefallen läßt, ist es auf dem Wege zum Leben. Gerade weil Jesus nach dem A. T. kommen sollte, mußte er sich den Juden erweisen als einen Wunderthäter, wie die Gottesmänner des A. T. vor ihm sich als solche erwiesen hatten. Wie kann ein Jude Anstoß nehmen an den Wundern Ehristi? Ls scheint darnach, daß Hr. L. garnicht mehr ein Jude im Sinne des A. T., sondern ein moderner Jude ist, der innerlich dem modernen Heidentum sich ergeben hat, wie es jetzt in mannigfacher Gestalt leider mitten in der Christenheit sich erhebt, die großen Menschen zu Göttern oder doch Halbgöttern macht und dabei auch IEsu von Nazareth, den Juden und Heiden in längst vergangenen Zeiten in ihrer Verblendung gekreuzigt haben, in der jetzigen aufgeklärten Zeit als Halbgott der Liebe in seinen vielen Tempeln, in welchen der Menschengeist verehrt wird, einen Winkel gönnt, Hr. L. würde damit nur den Weg gehen, den von jeher Israel in dem Abfall von dem Wundergotte des A. T. gegangen ist. Denn von jeher hat Israel sich versuchen lassen von dem Heidentum, das es umgab. Ls hat den Dienst des Wundergottes Iehovah, der es von Anfang an wunderbar geleitet, mit dem Stierdienst, dem greulichen Baals- und Molochdienst oder selbst noch nach der Errettung aus der babylonischen Gefangenschaft mit dem Iupiterdienst vertauscht, obwohl es gerade wie jetzt noch immer dabei behauptete, das Volk Iehovahs zu sein, dem es doch die Treue gebrochen, Hat aber Israel seinen Wundergott verlassen, wer wird es erlösen aus der Hand seiner Feinde, die unter allen Völkern sich erheben? Freilich, ob immer Israel treulos ihn verläßt, er bleibt treu, er kann sich selbst nicht leugnen, er hält den ewigen Bund, den er mit Israel geschloffen hat. Aber ein Jude, der an den Wundergott Israels nicht mehr glaubt, ist nur ein Israelit dem Fleische nach und nicht dem Geiste nachher hat sich getrennt von dem wahren Israel, mit dem Iehovah seinen Bund geschlossen hat, und das stolze Bewußtsein, zu dem auserwählten Volke Gottes zu gehören, wird ihn nimmer erretten; er betrügt sich selbst. Gott wohnt nicht bei den Stolzen, die auf das Fleisch ihr Vertrauen setzen und zu ihm sprechen: ,,Mit jedem Atemzuge atme ich Dein Leben", wie Hr. L. S. thut, sondern bei den Demütigen.

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