Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 56 (1900)
- Issue
- 1 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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ein N. C. anbot, sagte: „Dies ist das Buch, das ich immer schon zu besitzen wünschte. Ich sah es bei einem Freunde im Süden des Landes. Ts freut mich sehr, daß ich es kaufen kann. Ich habe es lange gesucht: Jetzt hat Gott es mir gesandt." Dagegen meinte ein Rabbiner, die Arbeit des Missionars sei überflüssig. Auf des letzteren Bemerkung, daß er gekommen sei, um das Wort Gottes zu bringen, erwiderte jener: „Aber wir haben es." Da sagte Z.: „Ihr habt es als Zugabe zu Euren Ueberlieferungen, während ich das reine mit menschlichen Zuthaten nicht vermischte Gotteswort bringe, und gerade dies braucht Euer Volk." Ungeduldig rief nun der Rabbiner: „Wir wünschen nichts von den Weissagungen, von Eurem Messias und Eurer Religion zu hören. Wir befinden uns so, wie wir sind, sehr wohl." Des Missionars Antwort lautete: „Die Worte des Messias sind wahr, daß die Menschen wegen ihrer bösen Werke die Finsternis mehr liebten als das Licht." (Ioh. 3, JZ.) Bei seiner Ankunft in Tasbibt sah Z„ wie 2 Juden mit einander kämpften. Dies veranlaßte ihn dazu, über den Fürsten des Friedens zu reden. Man hörte ihm achtungsvoll zu, und ein Zuhörer sagte: „Ihre Worte sind ein Licht und Trost für uns. Gott segne Sie für das Gute, das Sie heute in unserer Mellah gethan haben!"' Auch bei der weiteren Verkündigung des Evangeliums schien dasselbe in den Herzen mancher Bewohner einen Widerhall zu finden. In Omnas vermittelte die Bitte eines Arabers: „Erzähle uns einige Geschichten I" den Verkehr mit einer muhammedanisch-jüdischen Volksmenge. Z. erzählte die Geschichte des fleischgewordenen Gottessohnes. Er zeigte, welchen Gewinn das Evangelium gewährt: wie es die Arbeit heiligt, die Mühen des Erdenlebens erleichtert und auf das ewige Leben vorbereitet. Abends sagte ein Jude zu ihm: „Ehe ich Sie hörte, wußte ich nicht, daß der Messias gekommen ist, und daß Jesus von Nazareth dieser Messias ist. Jetzt aber bin ich dessen ganz gewiß. Die Weissagungen können nicht lügen." Am 28. April langte der Reisende in der vom Sultan Joseph Ben Taschfin im JO. Jahrhundert gegründeten Stadt Marokko (Meraksch) an. Raum war er in einem Fundok (Aarawanserai) abgestiegen, als manche seiner alten Bekannten zu seiner Begrüßung erschienen. Ein Bewohner des Iudenviertels, in welchem J8Z8 der Typhus schrecklich gehaust hatte, fragte ihn nacb dem Zweck seines Erscheinens. Z. antwortete: „Ich bin wie immer gekommen, Israel das ewige Evangelium zu bringen, welches heilt, tröstet und selig macht." An den folgenden Tagen widmete sich Z. dieser Arbeit mit brifer. Auch heftiger Widerstand entmutigte ihn nicht. Obwohl die Rabbiner vor seinen Schriften gewarnt hatten, verkaufte er doch viele derselben. In einer neu errichteten Synagoge wurde ihm eine schön ausgestattete Gesetzesrolle gezeigt. Als man ihn fragte, ob tu dem Gotteshause noch etwas fehle, sagte er: „Ja, eine köstliche perle." Hierauf sprach er über den Messias. Die Heilung eines Fieberkranken durch Lhinin bot Gelegenheit, von dem großen Seelenarzt zu reden. An einem Markttage stieß Z. auf einen aus Tafilalet stammenden,