Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 56 (1900)
- Issue
- 1 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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einst böse Geister austrieb (Matth. 8, (6). An einem andern Ort, wohin ihm das Gerücht von seinem Auftreten gegen den Totendienst vorangegangen war, benef er sich für seine Handlungsweise auf Ier. 5, 2{—25 und Ies. 8, Als er dann auch hier von der Erlösung durch Ehristum redete, erklärte sein Zuhörer, ein jüdischer Greis, daß er in Zukunft für den von andern verleumdeten Missionar eintreten werde. Zn Omnath wies Z. einen auf feine guten Werke pochenden darauf hin, daß Gott zu Israel nicht gesagt habe: „Ihr werdet durch eure guten Werke, eure Fast- oder Festtage erlöst werden," sondern: „Wendet euch zu mir und laßt euch erlösen I" (I,es. ^5, 22.) Zn Zmintanuth fand der Reisende mehrere sog. Arzte. Ein solcher, gewöhnlich ein Rabbiner, behandelt die Kranken mit Aaubermitteln. Gegen Fieber, Brüche oder Gliederreißen wendet er Papier an, welches er mit etlichen hebräischen Wörtern beschrieben hat. Die Kranken müssen dasselbe zerbeißen und verschlucken. Ein Amulett schützt vor dem bösen Auge. Ein von einer schwarzen fjentte gelegtes, mit gewissen Zeichen versehenes, auf Asche gekochtes und dann genossenes Ei befreit von Blattern. Die Schalen werden gesammelt, in einen blauen Beutel gethan und um den, Hals des Kranken gehängt. Zm Unterschied von diesen jüdischen Ärzten heilen die arabischen mit Aderlässen und Feuer. Das Feuer nimmt, wie sie sagen, das Gift von den Nerven weg. Die unter den Zuden herrschende Unsittlichkeit trat dem Missionar besonders in El. Kehra entgegen. Oft werden die als Kinder verheirateten Jüdinnen von ihren Männern gemißhandelt und entlassen, Hillels und Akibas verwerfliche Grundsätze betreffs der Ehescheidung gelten hier immer noch. Ein Zude, der sich achtmal hatte scheiden lassen und jetzt 2 Frauen besaß, sagte zuZ.: „Unsere Religion ist weitherzig. Wir können uns f00 Weiber halten, wenn wir Mittel genug haben." Wieviel verdanken die europäischen Jüdinnen der christlichen Religion I Ueber die nach Art der arabischen Frauen sich kleidenden Jüdinnen von Mejath sagt Z., daß sie wie die Jüdinnen des Innern von Marokko überhaupt hart arbeiten, während ihre Männer sich dem Müßiggang ergeben. Beide Geschlechter waschen sich nie: sie überlassen die Körperreinigung einem gelegentlichen Regenguß. Unwissenheit und Aberglaube sind übergroß. Als Umgangssprache dient ein arabischer Jargon. Die Juden bilden unter der Leitung der Rabbiner einen Staat im Staate. Das Ehristentum kennen viele nur dem Namen nach. Oft hörte Z. Äußerungen des Erstaunens darüber, daß er als Ehrist die großen Männer Israels und den Messias, den Sohn Davids, verehre. In Amizmiz begegnete ihm ein Jude, den er von Mogador her kannte. Der Mann hatte seine Frau und einen 25 Jahre alten Sohn durch den Tod verloren. Als Z. ihm sagte: „Ich gab Ihnen einst ein A. und N. T., in denen Sie hätten Kraft und Trost finden können," antwortete der Jude unter Thränen: „Diese guten Bücher haben mich bei meinen Prüfungen aufrechtgehalten. Ich weiß nicht, was sonst aus mir geworden wäre." Er wurde nun ermahnt, sein Vertrauen auf Jesu Erlösungsopfer zu setzen. Ein Jude, dem Z.