Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 56 (1900)
- Issue
- 1 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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2 und zum Genuß der warmen Sonnenluft, die wir durch Gottes Gnade einatmen dürfen, zu bringen! O, wie schön wäre es, wenn besonders bei Luch, Ihr Glieder des Dauses Jakob, Ihr Blutsverwandten des gottmenschlichen Befreiers, das jetzige letzte Jahr des Jahrhunderts alle Knechtschaft, alles Glend mit sich hinwegnähme und Euch daraus vorbereitete, am {. Januar \^0\ den Beginn des 20. christlichen Jahrhunderts mit uns als Freie zu feiern! Möge Gott wenigstens an vielen unter Euch den Neujahrswunsch erfüllen, mit dem wir Euch alle grüßen: pin 'O? naon rütp Eine Missionsreise durch Marokko unternahm Miss. Zerbib'in Begleitung von Arabern am \0. April \899 von Mogador aus. Am Abend des ersten Reisetages schlug er in der Nähe eines Dorfes fein Zelt auf. Bald umringten ihn muhammedanische Eingeborene, und einer von ihnen sagte: „£) Ehrist, Du bist uns willkommen. Bist Du ein Kaufmann?" Z. antwortete: „Nein. Ich bin ausgesandt, Euch eine gute Botschaft von Gott zu bringen." Erstaunt fragte der Araber: „Was für eine gute Botschaft ist das? Bind die schweren Steuern unseres Sultans abgeschafft?" „Es handelt sich um eine viel bessere Nachricht," erwiderte der Missionar. „Ich verkündige Euch große Freude, die allem Volk widerfahren soll: Gott liebt Euch. Er will Euch Eure Bünden vergeben und Euch von ihrem Joch befreien. Au diesem Zweck sandte er IEsum in die Welt, den Propheten aller Propheten, den Bohn Davids. Er ließ ihn dem Kreuzestode überantworten. Wenn Ihr an ihn glaubt, Euren Bünden entsagt und den lehren seines heiligen Buches folgt, so werdet Ihr hier trotz Eurer schweren Steuern glücklich sein und auch in der Ewigkeit Euch glücklich fühlen." Nachdem A. noch Ioh. 5, 36 angeführt hatte, tönten ihm aus der Mitte seiner Zuhörer die Rufe entgegen: „Das ist sehr gut. Gelobt sei Gott! IEsus ist der Geist Gottes. Die Lhristen sind am meisten bereit, uns zu lieben." hieran schloß sich ein religiöses Gespräch an, welches bis Mitternacht währte. Mehrere arabische Evangelien wurden verteilt. Am folgenden Tage wurde Z. von einem Juden in Meskala gefragt: „Wie kommen Bie mit den Rabbinern in Mogador aus?" Er antwortete: „Meine Ueberzeugungen haben mir immer den Haß der Rabbiner zugezogen. Aber ich beachte sie nicht. Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Bie irren im Dunkel ihrer Neberlieferungen umher. Ich bete zu Gott, daß er ihre Augen für das Licht seines Wortes öffne." In Tagawoth endete ein Religionsgespräch mit einem alten Israeliten damit, daß dieser den Wunsch aussprach: „Gebe Gott, daß Bie uns wiederbesuchen und mit uns von Gottes Liebe zu Israel reden können!" In Ait Baiud, einer berühmten jüdischen Wallfahrtsstätte im Atlasgebirge, warnte Z. am Grabe von Rabbi Nessim vor Abgötterei und predigte, wenn auch z. T. unter heftigem Widerspruch, von dem Heiland, dessen Wort