Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 55 (1899)
- Issue
- 12 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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95 dem Munde der Gemeinde ohne Orgelbegleitung mit puren Menschenzungen: „von Maria, der Jungfrauen, ist ein wahrer Mensch geboren," dann aber fiel die Orgel brausend ein, und nun, gehoben von brausendem Orgelschall, wiederholte sich, zum Triumphe werdend, der Lang: „von Maria, der Jungfrauen, ist ein wahrer Mensch geboren." Ja, ein wahrer Mensch! Hat doch Paulus Tim. 2, 5 geschrieben: „Nämlich der Mensch Christus JEsus", derselbe Apostel, der Röm. y, 5 geschrieben hat: „Der da ist Gott über alles, gelobet in Ewigkeit." (O. Holtzheuer.) Des Nrosetyten DanKopfer. Ich habe lange Zeiten Dem HEiland widerstrebt, Bin oft beim Glockenläuten voll Zorn zurückgebebt. Das Wort vom neuen Bunde Entfachte wilden Streit, verhaßt war mir im Grunde Die ganze Christenheit. Doch jetzt ist auch der meine Der HEiland JEsus Christ, wie er, o Christ, der deine Schon längst gewesen ist. Das Feuer ist gedämpfet, Die Drachensaat verdorrt. Nicht länger mehr bekämpfet Mein Mund sein göttlich Wort. Ls brennt ein heilig Feuer In meinem Innern jetzt. Ins Leben hat mein treuer, Erlöser mich versetzt. Dem Tod bin ich entflohen. Ich fand noch einen Raum Zur Bergung bei dem hohen, von Gott gepflanzten Baum. Dir, der du mein gedachtest, Da ich noch ferne war, Und mich zum Jünger machtest, Bring' ich dies Opfer dar. Ich will es nie verschweigen, Daß von der Sünden Last, Die sonst uns niederbeugen, Du mich errettet hast. Kleine WisstonszeiLung. Die Berliner Gesellschaft z. B. d. L. u. d. I. berichtet von 3 Taufen in Czernowitz, von \8 in Berlin, von den hier früher Getauften heißt es: „Die Mehrzahl hat sich treu bewährt. Etliche sind wahrhaft lebendige und doch demütige Zeugen des HLrrn unter den Christen nicht minder wie unter den Juden." Miss. Löwen erlitt einen Schlaganfall, wodurch die Arbeit in Posen für längere Zeit unterbrochen wurde. Auch Miss. Gottlieb mußte durch manches Ungemach hindurchgehen. Bei einer Reise nach Krakau und Warschau, die er und P. Bieling gemeinschaftlich unternahmen, bot sich reichlich Gelegenheit zum Missionieren. In Warschau, wo 200 000 Juden leben, könnte, wie der Bericht sagt, noch viel mehr für die Judenmission geschehen. In der Heimat erfuhr die Gesellschaft eine wesentliche Mithilfe seitens ihrer Vertreter bei den Kreissynoden. Alle diese Helfer bezeugen, daß ihnen selbst und ihren Gemeinden hieraus viel Segen zufloß. — Der in Holland wirkende Kolporteur Zalman bot einmal einem jüdischen Metzger eine Bibel an. Da griff dieser nach seinem Beil und drohte den Christen zu töten, wenn er sich nicht entferne. Z. aber rief dem Fanatiker zu: „Ich würde mit Freuden sterben, wenn ich auf diese weise einen Bruder aus dem ewigen verderben erretten könnte. Allein das hat schon ein anderer gethan: JEsus Christus." Der Eindruck dieser schlichten Worte war so gewaltig, daß der Fleischer nichts zu erwidern vermochte und es geschehen ließ, daß Z. beim Fortgehen einen Traktat auf den Tisch legte. Einen andern leidenschaftlichen Gegner brachte der Bücherbote dadurch zur Ruhe, daß er ihn fragte: „wissen Sie, gegen wen Sie reden? Redet ein Weiser von Personen, die er nicht kennt? was wissen Sie von JEsu? Haben Sie sich über sein Wesen und sein Thun jemals Gewißheit verschafft?" Der Jude ließ sich in ein Gespräch ziehen und bat schließlich um ein N. T. — Der Jahresbericht der französischen Gesellschaft z. L. I. kann eine Wiederbesetzung des Pariser Postens noch nicht melden. In Oran streut P. Borloz immer noch mit vollen Händen den Samen des Evangeliums aus. während die einen ihm fluchten, baten ihn andere um ein N. T., um sich selbst ein Urteil betreffs der Behauptung zu bilden, daß JEsus vom Sanhedrin ungerecht verurteilt worden sei. viele Herzen verhärtet nach den Beobachtungen von B. die Habsucht. In Algier arbeiten jetzt